Was macht das Meer zum Meer, die See zur See und den Ozean zu ebendiesem?
Sonja Westermann, per E-Mail
Im „Dornseiff“, dem Wörterbuch, das den deutschen Wortschatz nach Sachgruppen ordnet, finden sich zum Eintrag „Gewässer“ sage und schreibe 61 Begriffe – die leider keineswegs immer trennscharf sind. Sehr genau sind Seen abzugrenzen, also jene süssen oder salzigen Maare, Tümpel, Weiher, Krater-, Stau- und sonstigen Binnenseen, die sich in natürlichen oder künstlich geschaffenen kontinentalen Senken angesammelt und keine direkte Verbindung zum Ozean haben – wenn da nur nicht Sargassosee, Hochsee und viele ähnlich zusammengesetzte Begriffe wären, bei denen der Begriff Meer näher liegt, weil er stärker mit Regionen des Ozeans assoziiert ist. Letzterer wird im Duden kurz und bündig als große zusammenhängende Wasserfläche zwischen den Kontinenten definiert. Er setzt sich aus dem Pazifischen, Indischen und Atlantischen Ozean zusammen, zu denen die Neben-, Rand- und Mittelmeere hinzuzurechnen sind. Mit den Meeren wiederum ist es ein wahres sprachliches Kreuz. Mal bezeichnen sie Ozeanregionen wie etwa das Rossmeer, mal Binnengewässer wie das Tote oder Kaspische Meer, die per Definition den Seen zuzurechnen sind.
Warum haben Yachten einen spitz zulaufenden Bug und ein abgerundetesHeck, wenn doch die ideale Stromlinienform genau umgekehrt aussieht?
Rainer Linemann, München
Richtig ist, dass tropfenartige, stromlinienförmige Körper günstige Widerstandswerte haben. Das gilt allerdings nur für Objekte, die sich durch ein Medium bewegen. Yachten sind aber an der Grenze von Luft und Wasser unterwegs. Sie erzeugen Wellen und damit zusätzlichen Widerstand. Der kann mit tropfenartigen Schiffskörpern nicht optimal überwunden werden. Hinzu kommt, dass Yachten unterschiedlichsten Ansprüchen genügen müssen: wenig Gewicht, gute Manövrierbarkeit, großer Innenraum, schickes Aussehen. Deshalb kommt Dieter Scharping in seinem Standardwerk „Konstruktion und Bau von Yachten“ zu dem Schluss: „Die ideale Yacht gibt es nicht und wird es nie geben.“ Marco Schneider von der Hamburgischen Schiffsbau-Versuchsanstalt sagt: „Wenn eine Yacht durch hohe Wellen schneidet, ist ein keilförmiger Bug der Tropfenform sicherlich überlegen.“ Der Diplom-Ingenieur gibt mit Blick auf den tief eingetauchten Ballastkiel einer America’s-Cup-Yacht aber zu bedenken, dass tropfenförmige Geometrien unter Wasser durchaus zu finden sind. Konstruktionsleiter Jonny Giessel von der Bremer Lürssen-Werft ergänzt: „Yachten ab etwa 80 Meter Länge rüsten wir mit einem Bugwulst aus.“ Auch diese tropfenartigen „Nasen“ helfen, den Wellenwiderstand zu überwinden.
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Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.
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