Stimmt es, dass Seeleute der Royal Navy bis 1970 jeden Tag einen halben Pint Rum als Ration bekamen?
Hans Malte Engel, Bremerhaven
Rum war auf See nicht nur unter karibischen Piraten sehr beliebt. Als das Zeitalter der großen Entdeckungsfahrten im 17. Jahrhundert anbrach, wurde auch die britische Royal Navy auf die Vorzüge von Rum aufmerksam. Auf den lange dauernden Seereisen in warme Gefilde musste ein ausreichend großer Getränkevorrat für die ganze Mannschaft an Bord sein. Im Trinkwasser breiteten sich Algen schnell aus und verdarben es, während Bier versauerte. 1731 wurde daher der länger haltbare Rum als Getränkeration in die Regelungen der Royal Navy aufgenommen. Dabei schenkte der Zahlmeister jedem Seemann täglich einen halben Pint, umgerechnet 0,284 Liter, Rum aus. „Diese Ration wurde über die Zeit langsam reduziert, bis die Regelung am 31. Juli 1970 endgültig abgeschafft wurde“, erklärt Heather Johnson vom National Museum of the Royal Navy. Dieser Tag ging als „Black Tot Day“ (engl. tot: Gläschen, Schlückchen) in die Geschichte ein. Mancher britische Seemann gedenkt noch heute dieses Tages, indem er sich ein Schlückchen Rum genehmigt und eines dem Meer übergibt.
Wie wirkt sich das isländische Kárahnjúkar-Wasserkraftprojekt auf die Meeresumwelt aus?
Christian Martischius, Neustadt a. d. Weinstraße
Seit dem Bau des umweltpolitisch höchst umstrittenen Wasserkraftwerks Kárahnjúkar vor wenigen Jahren riegeln mehrere Dämme den Jökulsá á Dal ab. Bis dahin transportierte der Fluss jährlich geschätzte zehn Millionen Tonnen Sediment in Richtung Küste beziehungsweise in die Heradsfloi-Bucht. Weil dieser Nachschub jetzt fehlt, wird sich die Strandlinie laut der von der Betreibergesellschaft in Auftrag gegebenen Umweltstudie in den kommenden 100 Jahren um etwa 200 bis 300 Meter zurückziehen. Auch die Sandbänke und Inselchen im Mündungsgebiet des Jökulsá werden aufgrund von Nachschubmangel erodieren. Das trifft vor allem die Seehunde, die hier ihre Jungen gebären. Ihr Bestand wird also schrumpfen. „Darüber, wie sich die Lebensbedingungen von Fischen, Krebsen und anderen Meerestieren verändern, kann man nur spekulieren“, sagt Professor Jón Ólafsson von der Universität Island in Reykjavík, denn dazu lägen bislang keine Studien vor. Die würden als Vergleichsstudien auch nur wenig hergeben, denn „es gab keine umfassende Untersuchung, die den ökologischen Zustand des küstennahen Meeres vor Beginn des Megaprojekts dokumentiert hätte“, klagt Umweltschützer Gudmundur Páll Ólafsson.
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| Vita | mare-Kulturredaktion |
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| Person | MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen |
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