Kindheit am Strand

Fundstücke aus Kunst und Literatur

Die Kunst der New Yorker Malerin Isca Greenfield-Sanders (geb. 1978) ist es, Erinnerungen aufleben zu lassen. Grundlage ihrer Bilder sind Dias aus den 1950er- und 1960er-Jahren; sie abstrahiert sie zu Gemälden, deren Stimmungen Betrachter in ihrem eigenen emotionalen Gedächtnis berühren. Familienferien, unbeschwertes Dasein als Kind – fast jeder trägt Eindrücke in sich, die vielleicht nicht so weit von dem entfernt sind, was der walisische Schiftsteller Dylan Thomas (1914–1953) in einem autobiografischen Text beschreibt. Und wie Thomas, der auf die biblische Dimension des Meeres verweist, spürt auch schon das Kind möglicherweise bei der ersten Begegnung die Größe des Gegenübers. Eine Empfindung, die einen nie mehr verlässt; auch als Erwachsenen beschleicht einen die Demut angesichts der Natur. Das Werk des deutschen Arbeiterdichters Gerrit Engelke (1890–1918) beschäftigt sich maßgeblich mit Technik und Großstadtleben, gerade deswegen scheint er zu wissen: Letztlich ist jeder Mensch ganz klein. mw


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mare No. 114

No. 114Februar / März 2016

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