Karibik

Fundstücke aus Kunst und Literatur

Die Karibik ist der Inbegriff des Postkartenidylls, ein von Klischees überfrachteter Ort. Der schottische Maler Peter Doig (geb. 1959) lebt seit mehr als zehn Jahren auf Trinidad; gleichwohl, so bekennt er, sei sein Blick der eines weißen Ausländers, eine „naive romantische Sichtweise“ auf eine Landschaft, die so „präsent und mächtig“ ist. In seinen Gemälden verdichtet er seine Erinnerung daran, sie sind eher Stimmungsmoment als Abbild der Wahlheimat. Derek Walcott (geb. 1930), Literaturnobelpreisträger von 1992, ist auf St. Lucia geboren. Sein lyrisches Werk bewegt sich seit je im Spannungsfeld zweier Welten; zwischen postkolonialer Abgrenzung und britischem Kulturerbe hat er zu einer Sprache gefunden, die über seine Geschichte und seine Prägung weit hinausweist. Auch in „Sargassomeer“, dem Roman, der Jean Rhys (1890–1979) zu spätem Ruhm verhalf, ist die kulturelle Vielschichtigkeit der Inseln Hintergrund der Erzählung. Die Schriftstellerin kam auf Dominica zur Welt, ihre Mutter war Kreolin, der Vater Waliser, mit 16 Jahren zog Jean Rhys nach England. Die Entwurzelung, die ihre Figuren prägt, ist das Drama ihrer eigenen Biografie. mw


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mare No. 102

No. 102Februar / März 2014

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