Der Tafelberg war schon immer ein Symbol. Seit der ersten Besiedlung des Kaps änderte sich seine Bedeutung jedoch häufig. Noch im 15. Jahrhundert erlösendes Zeichen für die Seefahrer, die endlich das Kap umrundet hatten, wurde er bald in Literatur und Kunst rezipiert. Seit Dante – 150 Jahre bevor die Portugiesen erstmals dieses Ende der Welt umsegelten – von seiner Vision eines flachen Berges, der sich unter dem Kreuz des Südens aus dem Meer erhebt, schrieb, hat der Berg mythische Bedeutung. Holländer, Franzosen und Briten siedelten in seinem Schatten. Im Lauf der Apartheid entwickelte er sich zu einer Chiffre der kulturellen und sozialen Welten, die ihn jeweils als identitätsstiftendes Monument „ihres“ Landes ansahen, wie „Bittere Früchte“ von Julia Teale verdeutlicht. Heute wird der Tafelberg immer häufiger als „Warenzeichen“ für Kapstadt benutzt, das vor allem Touristen anlocken soll. bh
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