„Ich ging auf ferne Seereisen, um Geld zu verdienen. Dies gab mir auch die Möglichkeit, Schiffe, das Meer, verschiedene fremde Länder, Menschen, Fische und Vögel zu sehen, und ich habe schon damals all dies genauestens beobachtet. Ich möchte sagen, dass mich dies, abgesehen vom Gelderwerb, auch als Künstler erzogen hat“, schrieb Wladimir Tatlin (1885–1953), der große Künstler der russischen Avantgarde und Begründer der „Maschinenkunst“. Mit 14 riss er von zu Hause aus, um zur See zu fahren. Das Meer spielte in seinem späteren Werk immer wieder eine Rolle; er, der Seemann, hatte sein Sujet nicht nur betrachtet, sondern erlebt. Auch Egon Erwin Kisch (1885–1948), der berühmteste deutschsprachige Reporter, wusste genau, worüber er schrieb. Seine Texte, die keinesfalls mehr dem heute gern so geglätteten Reportagestil entsprechen, sind geprägt von einer rauen, unkonventionellen, oft politisch wenig korrekten Direktheit. Seine Beobachtungen „Bei den Heizern des Riesendampfers“ schrieb er 1914 nieder. Der 1965 in Rostock geborene Dichter Jörg Schieke beschreibt in „seemanns zuckungen“ die Sehnsucht nach der Freiheit der Matrosen. Das tut er, Zigaretten und Marlén inklusive, natürlich nicht ohne Ironie. zdb
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