Das Meer nimmt, das Meer gibt Fundstücke aus Kunst und Literatur Philip Wilson Steer (1860 –1942) war einst von der Londoner Royal Academy of Art zurückgewiesen worden; so studierte er Malerei in Paris, wo er fand, was ihn zu einem der wenigen englischen Impressionisten machte. Viel Zeit verbrachte er in Walberswick an Südenglands Küste, wo er die Mädchen malte, die an dem Strand des Suffolker Seebads Muscheln, Scherben oder Haifischzähne suchen; die Darstellung reizendster Unbedarftheit ist heute in Cambridge zu sehen. Bei der österreichischen Dichterin Ingeborg Bachmann (1926 –1973) sieht das Leben dann schon verhaltener aus, die Jahre der Unschuld sind längst vorüber; Geben und Nehmen, Kommen und Gehen werden mit leisem Sarkasmus geschildert. Mit „Meerglas“ umkreist der Saarbrücker Autor Marcus Hammerschmitt (geboren 1967) in zwölf Miniaturen die Tatsache, dass Flaschen im Meer landen und nach Jahren oder Jahrzehnten wieder in Menschenhand geraten, formverändert, geheimnisvoll, schön oder lästig. zdb
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