Gab es Atlantis wirklich?
Marlene Beyl, Mayen
Die Legende von Atlantis geht auf den griechischen Philosophen Platon zurück, der im vierten Jahrhundert vor Christus das versunkene Inselreich atlantís nésos („Insel des Atlas“) jenseits der „Säulen des Herakles“ in der Straße von Gibraltar beschrieb. Er behauptet in seinem Werk zwar, es handele sich um eine wahre Geschichte, doch trotz Bemühungen von der Antike bis in die Gegenwart gibt es keine Hinweise auf die Existenz von Atlantis. Das macht es zur wohl bekanntesten Phantominsel. Als solche werden Inseln bezeichnet, die beschrieben und in Karten verzeichnet wurden, jedoch nie real existierten. Oft sind mythische Erzählungen Ursprung der Phantominseln, aber auch politische Motive, Geltungsdrang, Scherze oder schlicht Missverständnisse. Weil es einfacher ist, das Dasein einer Insel zu behaupten als zu widerlegen, waren die Phantominseln teils lange in Karten verzeichnet. Bis heute gibt es Eintragungen in Seekarten, von denen niemand sicher weiß, ob dort wirklich eine Insel oder offenes Meer ist. Dabei können auch Satellitenbilder nicht immer helfen, denn bei den modernen Kandidaten für Phantominseln handelt es sich häufig um Riffe, etwa, weil sie knapp unter der Wasseroberfläche liegen und daher vom Satelliten nicht zu erkennen sind. Ein Beispiel ist das Maria-Theresia-Riff, das gut 4000 Kilometer östlich von Neuseeland im Pazifik liegen soll. Entstanden ist es wahrscheinlich aus einem unleserlichen englischen Logbucheintrag aus dem 19. Jahrhundert, der sowohl Brandung (breakers) als auch Blas von Walen (breaches) bedeuten kann. In dieser Region herrscht wenig Schiffsverkehr, weshalb die Existenz des Riffs weiter ungeklärt ist. Aus Sicherheitsgründen verbleibt es jedoch in vielen Seekarten verzeichnet.
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| Vita | MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen |
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