Das blaue Telefon

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Warum sind Flüsse nicht salzig, das Meer aber schon?
Karl Neideck, Karlsruhe

Das Wasser unserer Erde befindet sich in einem gigantischen, welt­weiten Kreislauf. Ein wichtiger Teil davon besteht aus dem Verdampfen von Wasser aus warmen subtropischen Meeren und dem ­Abtransport dieses Wasserdampfs in kühlere Gebiete, wo Wolken entstehen, die sich über den Kontinenten abregnen. Dieser Regen reagiert mit Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre und bildet Kohlensäure. Während nun der Regen Gesteinspartikel vom Boden abträgt und mittransportiert, findet durch die Kohlen­säure ein chemischer Prozess statt, der die Minerale aus den Partikeln im Wasser löst. Produkte dieses Prozesses sind, neben einigen anderen, die Elemente Natrium und Chlor, aus denen unser Speisesalz besteht und die im abfließenden Wasser als Ionen gelöst vorliegen. Diese werden von Flüssen mitgetragen und gelangen so an den Küsten in die Meere. Während viele andere Ionen jedoch von biologischen Prozessen genutzt werden, reichern sich die beiden im Meerwasser kontinuierlich langsam an und haben es so über die Erdgeschichte hinweg wahrscheinlich immer salziger werden lassen. Heute hat Meerwasser einen konstanten Salzgehalt von ungefähr 3,5 Prozent, obwohl jährlich insgesamt geschätzte vier Milliarden Tonnen Salz von allen Flüssen der Erde in die Ozeane transportiert werden. Das liegt daran, dass ungefähr die gleiche Menge an Salz am Meeresboden in Sedimenten gespeichert wird und so den Salzgehalt des Wassers in Balance hält.


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mare No. 159

mare No. 159August / September 2023

MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen

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