Als James Cook 1769 die pazifischen Inseln entdeckte, war dies nicht nur für England folgenreich. Zu einer Zäsur des Schreckens wurde es vor allem für die einheimischen Maori. Dass die von einem unbekannten maorischen Künstler gestaltete Cook-Plastik heute in einem schottischen Museum steht, ist typisch für die Zeit des Kolonialismus. Witi Ihimaera (geboren 1944) gilt als einer der bekanntesten neuseeländischen Autoren mit Maoriwurzeln. Der Prolog seines Buchs „Whalerider“ ist eine klassische Erzählung in polynesischer Tradition und beschreibt die Ankunft der Menschen in einer Zeit, als die Welt noch unschuldig war, ein Paradies, wenngleich eines mit einem Manko. Der deutsche Lyriker Uwe Kolbe (geboren 1957) war 2012 im Rahmen eines Dichteraustauschs nach Neuseeland gereist, um vor Ort den Venustransit zu beobachten, der nicht nur für Cook 243 Jahre zuvor, sondern auch für die Maori seit Jahrhunderten ein wiederkehrendes Ereignis ist (das erst im Jahr 2117 wieder stattfinden wird). Kolbe blickt von außen auf die Geschichte der Region, mit dem Wissen, was die europäische Invasion einst angerichtet hat. zdb
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