In einem 1647 veröffentlichten Buch findet sich eine Illustration über die Havarie des Handelsschiffs „Batavia“ am 4. Juni 1629. Der niederländische Seefahrer François Pelsaert (1590 –1630) war Kommandant der „Batavia“, die auf einem Riff in den westaustralischen Wallabi-Inseln strandete. 40 Menschen ertranken, der Rest konnte sich auf eine unbewohnte Insel retten. Pelsaert segelte mit einem Beiboot nach Batavia, erhielt ein neues Schiff und fuhr zurück zur Insel. Dort hatte in der Zwischenzeit eine Meuterei stattgefunden, und eine kleine Gruppe der Schiffbrüchigen hatte 120 ihrer Gefährten ermordet. Pelsaert ließ die Anführer hängen. Die Münsteraner Dichterin und Komponistin Annette von Droste-Hülshoff (1797–1848) griff 200 Jahre später die dramatische Geschichte auf und schrieb die Ballade „Die Vergeltung“. Darin überlebt ein reicher Passagier des Schiffes die Havarie, weil er von Hand einen Kranken ertränkt. Die Tat wird sich rächen, der Passagier gehängt. Droste-Hülshoff verwendet einen wunderbaren Trick: Die „Batavia“ ist nicht nur ein gestrandetes Schiff, ihr Holz wird auch zum Galgen, der dem Unmoralischen seine Schandtat vor Augen führt. zdb
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