Die Insel als Ort der vollkommenen Gesellschaft ist ein alter Topos. Mit seinem Roman „Utopia“ schuf der englische Staatsmann Thomas Morus (1478–1535) ein Werk über einen imaginären idealen Inselstaat, in dem die Interessen des Einzelnen denen der Gemeinschaft untergeordnet sind. Ein gutes Jahrhundert später schrieb Morus’ Landsmann Andrew Marvell (1621–1678) das Gedicht „Bermudas“. Der Monarchiekritiker und Unterhausabgeordnete verteidigte puritanische Oppositionelle und dichtete nebenbei. Die Bermudas waren nach 1600 Zuflucht für religiös Verfolgte, die Inseln gesegnete Gärten voller Granatäpfel und Goldorangen. Für Paul Gauguin (1848–1903) wurde die Karibik zum Paradies; 1887 malte er dort das Bild „Tropische Landschaft“. Er lebte in einer Hütte am Strand von Martinique, Malaria zwang ihn zur Rückkehr nach Paris. Die Insel als Paradiesort zog ihn magisch an, erwies sich spät aber als Irrtum: Gauguin verbrachte seine letzten Jahre auf Tahiti und starb tief deprimiert auf der Marquesas-Insel Hiva Oa. zdb/cas
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