mare No. 76

Liebe Leserin, lieber Leser,

bei Sturm bleibt man im Hafen. Sturm herrscht laut Beaufortskala ab 80 km/h. Mit Windstärke 12, definiert ab 117 km/h, endet diese Windskala. Ab dann ist Orkan, und kein Schiff sollte sich auf dem offenen Meer in Gefahr begeben, dachte ich jedenfalls. Doch am 23. August 1992 lief eines aus dem Hafen von Miami aus. Und fatalerweise ohne mich. Weil ich glaubte, „Andrew“ sei der englische Prinz, der Miami besuchte, nachdem ich auf dem stummen Fernseher abends in Miami Beach gelesen hatte: „Andrew is coming.“ So verbrachte ich noch einen Abend an Land. Doch als ich am nächsten Morgen, durch das allgegenwärtige Fenstervernageln und den Evakuierungsaufruf aufmerksam geworden, meinen Irrtum bemerkte, war Hurrikan „Andrew“ schon nah und das Schiff schon weg. Mein Hotel verlor das Dach, die Fensterscheiben barsten, und ich verbrachte nach dem Kollaps des Zimmers die weitere Nacht auf meinen Expeditionskisten in der Besenkammer. Ich kann nur erahnen, welchen Gewalten und Ängsten die Menschen in New Orleans vor fünf Jahren ausgesetzt waren. Der niederländische Fotograf Kadir van Lohuizen besuchte seit der Katastrophe immer wieder die Opfer von „Katrina“.

Nikolaus Gelpke

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Das Blaue Telefon

Leser fragen mare

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Ihre mare-Hotline in die unerforschten Weiten und Tiefen der Meere

Die mare-Reportage

Entwurzelt

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Neuigkeiten aus der Welt der Meere

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