mare No. 86

Liebe Leserin, lieber Leser,

Trauer um einen geliebten Menschen ist oft ohne Hoffnung und Halt. Da ist das Grab eine Hilfe für das Unfassbare. Wenn Angehörige oder Freunde aber auf dem Meer verschwinden, fehlt dieser Ort. Nur die undurchdringliche Wasser­ober­fläche bleibt – neben der Ungewissheit über die Todesumstände, ja sogar über den Tod an sich. So versinken die Hinterbliebenen der Abertausenden vermissten Flüchtlinge aus Nordafrika in verzweifelter, ewiger Hoffnung auf ein Auftauchen der Geliebten. Wir zeigen die letzten Erinnerungen, die letzten Zeilen, das einzig Fassbare einiger Verschwundenen.
Vor 40 Jahren veränderten Bilder die Fernsehzuschauer Deutschlands, Bilder, auch sie verschwunden aus unserem Leben. Dennoch sind sie unsichtbare Realität. Sie stammen von einem Dokumentarfilm über die medizinische Versorgung von Verletzten des Vietnamkriegs an Bord der „Helgoland“, eines Hospitalschiffs aus Deutschland. Entsetzlich sachlich zeigte das ZDF den wahren Krieg. Wegen ihrer ungeheuren Wirkung gibt es solche Filme heute nicht mehr. Wir sind wieder angekommen in einer Zeit, in der Krieg wie blutlos erscheint, fast ohne Leiden, in der technische Faszination und politisches Ränkespiel die Bilder, die den Vietnamkrieg mit beendeten, verdrängen.

Nikolaus Gelpke

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Die mare-Reportage

Den Armen ein Grande Hotel

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Im mosambikanischen Beira stand einst das prächtigste Strand­hotel Kolonialafrikas. Weil es unrentabel geworden war, schlossen es die Besitzer vor 30 Jahren. Heute wohnen in den Ruinen die Ärmsten der Armen der Stadt in einer Notgemeinschaft

Politik

Die Engel von Da Nang

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Zapfenstreich am Leuchtturm

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Essay

Architektur des Untergangs

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Vermisst

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Die Unsterblichkeit des Verschollenen

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Kombüse

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Wirtschaft

Wüste Verhältnisse

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Kultur

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Bis Goethe seinen „Werther“ schrieb, war es das populärste Buch in deutscher Sprache: Sebastian Brants „Narrenschiff“, eine mittelalterliche Satire des Menschlich-Allzumenschlichen. Bis heute beschäftigt es Philosophen wie Künstler in aller Welt

Wissenschaft

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Mitte der 1950er Jahre fand der Zoologe Irenäus Eibl-Eibesfeldt auf den Galápagos-Inseln seine Lebensaufgabe. Ihm verdankt die Welt heute die Rettung dieses einzigartigen Habitats

Tanz in den Tod

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Das Blaue Telefon

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Ihre mare-Hotline in die unerforschten Weiten und Tiefen der Meere

Schatztruhe

Es waren zwei Königskinder

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Fundstücke aus Kunst und Literatur

Salon

mare-Salon

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Empfehlungen aus Literatur, Musik, Film und Kulturleben

Strandgut

Neuigkeiten aus der Welt der Meere

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Von A wie Architektur bis Z wie Zoologie

Wir bitten um ein wenig Geduld. Die Angaben zum Heftinhalt folgen.

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Kolumne

Notizen einer Landratte, 9.

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In dieser Folge schildert unser Kolumnist Maik Brandenburg, wie er um ein Haar einen Vortrag an einer indonesischen Universität gehalten hätte, erklärt, wann ein Boot zu teuer ist, und zeigt, wie man Asiaten korrekt um ihr Honorar prellt