mare No. 65

Liebe Leserin, lieber Leser,

mein Traum war sieben Meter lang und aus Sperrholz. Ich war 17 Jahre alt. Zu fünft verbrachten wir den Sommer auf diesem winzigen, hellblauen Segelboot an den Küsten Korsikas und Sardiniens. Abends ankerten wir in Buchten, und drei Leute schliefen aus Platzgründen am Strand. Wir lebten außerhalb der Zivilisation und frei von Zeit und Verpflichtungen. In jenem Sommer beschloss ich, eines nahen Tages über den Atlantik zu segeln und dann immer weiter. Ich hatte die Direktheit des Seins erfahren und war infiziert. Vom Virus, im Jetzt zu leben. Auch die Erkenntnis, dass ich beim Segeln immer allein die Verantwortung für mein Handeln trug, reizte mich als jungen Menschen. Viele Jahre und Träume später hatte ich das Boot gebaut, ich war bereit. Doch da kam die Idee für die Zeitschrift. mare und die Familie wurden zum Lebensinhalt. Ich bin nicht ausgestiegen. Und lebe dennoch ganz im Hier und Jetzt. Außerdem übernehme ich so für viele weitere Menschen Verantwortung. Abgesehen davon, dass wir immer davon träumen, was wir nicht leben, bin ich - wie die Redaktion dieses Heftes - der Überzeugung, dass man kein Urteil darüber fällen darf, wie jemand sein Dasein gestaltet.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Nikolaus Gelpke

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