mare No. 57

Liebe Leserin, lieber Leser,

immer wenn ich genug Zeit hatte, fuhr ich ins Autokino. Für den direkten Weg von der Universität in Halifax nach Hause, 30 Kilometer weiter südlich und auf der Hauptroute, benötigte ich eine knappe halbe Stunde. Die schmale Küstenstraße dagegen schlängelte sich entlang unzähliger Buchten. Von der Straße bog ich auf einen staubigen Platz und fuhr genau bis an die Kante der Klippen. Dann drehte ich den Zündschlüssel. Ruhe, und der Film begann. Tief unter mir glitzerte der Atlantik. Der weite Ozean war die Kulisse für Schaumstreifen bildende Frachter und blasende Wale. Der Wind zerrte an meinem alten VW Käfer, und ich kaute an fritierten Zwiebelringen von Harvey’s.
Viele, ganz neue Autos befahren eine andere, auch aufregende Küstenstraße im Süden Afrikas. Doch die Fahrer haben keinen Blick für die spektakuläre Aussicht. Kameras nehmen ihre ganze Aufmerksamkeit in Anspruch. Außerdem beschäftigen wir uns in dieser Ausgabe mit dem Einfluss der Reifenindustrie auf einen Delfin und mit dem Zusammenhang zwischen Einzellern und Leichtmetallfelgen. Aber auch mit Auto­mobilen, die im Wasser fahren und darüber hinweg.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Nikolaus Gelpke

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Schwerpunkt „Automobil - Selbst ist der Kapitän“

Auto und Ozean, ein unversöhnlicher Gegensatz? Mitnichten: Es gibt Autos, die tatsächlich schwimmen, ganz abgesehen von den Hunderttausenden, die im Bauch von Fähren und Frachtern reisen. Und dass die Autoindustrie ihre neuen Modelle gern am Meer präsentiert, liegt an der Verwandtschaft auf der metaphorischen Ebene: Auto und Meer, beide sind heute mächtige Symbole der Freiheit.

Von Hamburg nach Afrika

Ihr Wagen hat eine Delle? 250 000 Kilometer und mehr? Aufs Schiff damit – in Benin sind deutsche Gebrauchte sehr begehrt.

Kadetten und der Traum vom Meer

Schon einmal bemerkt, bei wie vielen Autos das Meer den Paten stellt? Corvette, Commodore und Capri – jeder Name ein Versprechen.

Gib Gummi, Fuji!

Reifenhersteller Bridgestone verhilft einem Delfin auf die Sprünge.

Aus Alge wird Felge

Diatomeen, winzige Kieselalgen, sind Meister im Bau stabiler und doch leichter Strukturen. Das ist auch der Autoindustrie nicht entgangen.

Schatztruhe

Fundstücke aus Kunst und Literatur.

Grand Prix der Eitelkeiten

Die Rennstrecke am Hafen von Monaco bietet ein doppeltes Spektakel: schnittige Formel-1-Boliden und ein Schaulaufen der Schönen.

Hailigs Blechle

Fisch oder Jet? Die Geschichte einer missverstandenen Flosse.

Still steht das Automobil

Brücken sind die Fortsetzung der automobilen Eroberung zu Wasser. Die Fähre hingegen ist der letzte Garant der Langsamkeit.

Kurvenzauber am Kap

Wenn Werber ein neues Automodell in Szene setzen wollen, reisen sie ans Kap der Guten Hoffnung – an den Chapman’s Peak Drive.

Aquaplaning

Wer behauptet da noch, dass Autos nicht schwimmen können?

Außerdem in dieser Ausgabe

Crozet

An 200 Tagen im Jahr Regen, an 100 Tagen Sturm. Wer kommt schon freiwillig auf diese Inseln? Robben, Wale, Pinguine.

Tunfisch, wo bist du?

Greenpeace schickt seine „Esperanza“ ins Mittelmeer, um illegalen Tunfischfang aufzudecken – nur: Wo ist der Fisch?

Die Thomas-Katastrophe

Der schwerste Bombenanschlag auf deutschem Boden traf 1875 Bremerhaven – und riss 81 Menschen in den Tod.

Große Macht, ganz klein

Im Mittelalter steigt der Fischerort Amalfi zur Handelsmacht auf – und bringt Kultur ins Europa der Barbaren.

Nach Art der Wellen

Charles Bass, einst Navy-Taucher und Surfer, lernt nach einem Unfall das Kochen. Glück im Unglück für die Insel Oahu.

Metamorphosen

Die Gestalt und Mimik mancher Meeresbewohner findet sich an Land unerwartet in allerhand Gerätschaften wieder.