mare No. 5

Liebe Leserin, lieber Leser,

Alter schützt vor Freiheit nicht. In eine eigene Welt tauchte mare-Redakteurin Zora del Buono bei ihrer Reportage über das Seemannsheim in der Nähe von Genua ein. Die Bewohner: würdige alte Männer allesamt, mehr oder weniger weit über die Weltmeere gereist, mit bewegten Biographien. Frühere Kapitäne, Offiziere, Matrosen oder Stewards, deren Tage auf der See jedoch nur noch Erinnerung sind. Bisweilen auch dies nicht einmal mehr. Die Zäsur zwischen Arbeitsleben und Rentnerdasein war einschnei­dend. Deshalb ist der eine oder andere von ihnen versucht, sich mal wieder „den Frühling ins Haus“ zu holen. So umschrieb jedenfalls Pensionär Angiolino Fabiani sein Angebot an Frau del Buono, doch jederzeit und nach Belieben seine leerstehende Vierzimmerwohnung beziehen zu dürfen.
Im ewigen Frühling dagegen scheint, am anderen Ende der Welt, Om Lahali zu leben („Allein zwischen zwei Ozeanen“). Der See-Nomade, 80 Jahre und kein bißchen müde, wohnt auf seinem Auslegerboot, das ihn seit einigen Jahrzehnten durch die indonesischen Gewässer, seine „Weidegründe“ trägt. Kein Gedanke daran, daß er sich etwa „zur Ruhe setzen könnte“, schon gar nicht in einem Haus oder überhaupt irgendwo an Land. Om Lahali nimmt sich, seit er fährt, immer so viel Ruhe, wie er will und braucht.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Nikolaus Gelpke

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Wir bitten um ein wenig Geduld. Die Angaben zum Heftinhalt folgen.

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