mare No. 32

Liebe Leserin, lieber Leser,

auf den ersten Blick scheint die Ostsee klein, eher harmlos, ja allzu geregelt. Weder verzaubert das Salz auf der Haut noch das Rauschen der Brandung. Auch schützt man sich mehr vor dem Wind als vor der Sonne. Maritimes Flair strahlt sie wahrlich nicht aus, und im Vergleich zum Mittelmeer wirkt sie sogar fast spießig.
Doch wir tun ihr Unrecht. Die Ostsee braucht den Wettstreit mit ihrer heißblütigen Schwester im Süden nicht zu scheuen. Segler schwärmen zu Recht von den vielen tausend Inseln, den stillen Ankerbuchten und den beständigen Winden. Für Meereswissenschaftler bietet das Brackwassersystem eine grandiose Forschungskulisse, und Historiker entdecken gerade die Hanse neu: Taugt das wirtschaftlich wie politisch erfolgreiche Bündnissystem aus dem Mittelalter als Vorbild für das Zusammenleben heute?

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Nikolaus Gelpke

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Schwerpunkt „Ostsee - Die Magie des Vertrauten“

Wie die Menschen, so das Meer. Bedächtig sind sie an der Ostsee und leise, sachlich, introvertiert, bei der ersten Begegnung eher kühl. Auch die baltische See verrät ihren Charakter nicht auf den ersten Blick. Sie kann nicht mit Superlativen protzen, das wäre auch nicht ihre Art. Dafür ist die Ostsee überschaubar; sie schenkt einem schnell ein Gefühl der Vertrautheit. Der Blick wird frei für die Einzelheit, für den magischen Moment.

Sichtflug

Einfach immer am Land lang: die Route der Zugvögel über der Ostsee aus der Luft.

An Samlands Strand

Mondänes Künstlerquartier, militärischer Kurbetrieb, jetzt Badeort für jedermann: Willkommen in Swetlogorsk!

Die Nixen in Estland

Klappkoffer für Taschenkrebse, Zigaretten für den Einsatz unter Wasser: Erkennungszeichen eines zauberhaften Wesens.

Wohnen auf der Ostsee

Unter den Millionen Passagieren der Skandinavienfähren sind manche, die gar nicht mehr von Bord gehen.

Der baltische Patient

Ist die Ostsee noch zu retten, oder stirbt sie an dem Gift, das sie täglich schluckt? Die Prognose der Ostseeforscher .

Mittelmass und Größenwahn

Das Meer ist nur ein Teich, die Städte sind aufgeräumt-bunt wie Legoland. Alles ist so nervtötend beschaulich.

Schatztruhe

Fundstücke aus Kunst- und Kulturgeschichte.

Die Unerbittlichen

Jeden Winter blockiert Eis die Häfen der finnischen Küste. Eine Flotte von neun Eisbrechern hält dagegen.

Ich war in Vineta

Natürlich gibt es die Stadt! Sie ist vor Rügen versunken. Jedes Kind hat einen Pfennig in der Tasche, um sie zu erlösen.

„Gestatten, Knospe – Fotograf!“

Die Badelust im Wandel: Hans Knospe lichtete mehr als 80 Jahre lang Urlauber auf Rügens Stränden ab.

Die Hanse als Leitbild

Wären die Politiker von heute nur so innovativ, risikobewusst, multinational und multikulturell wie die Kaufleute damals!.

Außerdem in dieser Ausgabe

Tödlicher Segen

Erst stirbt das Meer und dann der Mensch: Illegale Goldgräber vergiften die indonesische Insel Sulawesi mit Quecksilber.

Wetterberichte

Im Radio sagen sie Regen voraus. Die Leute kaufen Gummistiefel. Das Tief zieht nicht weiter. Das Wasser steigt.

Nachrichten aus dem schwarzen Loch

Ausgerechnet am Grund der Tiefsee suchen Physiker mit einem riesigen Teleskop nach Relikten des Urknalls.

Harter Hund und Weichgetier

Von der Hafenkaschemme zum Tempel für Gourmets: der unaufhaltsame Aufstieg des „Panama Jack’s“.

Viva Riva!

An Land müssen Playboys wählen. Porsche? Ferrari? Benz? Auf dem Wasser wollen alle nur das eine.

Über eine Diva namens Riva

mare im Interview mit Gunter Sachs.