mare No. 18

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Stadt lag mir zu Füßen. Wenn ich frühmorgens auf das Flachdach meiner Herberge kletterte, konnte ich - bäuchlings und mit steifem Nacken - die Weite der Stadtlandschaft und den tiefen Einblick in die Gassen und Kanäle genießen. Mittags dann ging es in die Gassen, mal im Touristenstrom, mal auf stillen Wegen. So entdeckten wir Jugendlichen unser Venedig. Nur eines blieb uns verborgen: das Arsenal, einer der größten Gebäu­dekomplexe des Abendlandes, in der frühen Neuzeit jedenfalls. Das militärische Zentrum des Mittelmeers, ein Gewirr von Magazinen, Werften und Ver­wal­tungstrakten - 500 Jahre lang war das Arsenal eine Verbotene Stadt, und weite Teile sind es bis heute geblieben. Jetzt erhielten Reporter Andreas Becker und Fotograf Robert Voit die Genehmigung für eine wochenlange Spurensuche.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Nikolaus Gelpke

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Schwerpunkt „Venedig“

Arsenal, Zutritt verboten

Das Werftengelände war Europas größter militärisch-industrieller Komplex – und ist bis heute gesperrt.

Die Stadt auf dem Matsch

Venedigs Pfahlbauten stehen erdbebensicher. Doch die Schiffe machen den Fundamenten zu schaffen.

Offene See, geschlossener Deich

Venedig und Amsterdam, die beiden Seehandels-Metropolen, sind sich ähnlich – außer wenn die Flut kommt.

Wie die Ratten Venedig retten

Was tun gegen einen Tourismus, der zu Terrorismus ausartet? Küchenchef Alfredo hat eine Idee.

Das Atmen der Lagune

Umweltschutz, wirtschaftliche Interessen und der Schutz vor dem Hochwasser blockieren sich gegenseitig.

„Nichts ist hier natürlich“

Bürgermeister Massimo Cacciari über unsicheren Boden, die Postmoderne und seinen „Archipel Europa“.

Fremde Stadt, vertraute Stadt

Wie wirklich ist das Venedig der Touristen? Eine Bildergalerie und ein Essay aus der Zeit vor der Pauschalreise.

Sehnsucht nach dem schönen Tod

Der Canal Grande ist ein Fluchtpunkt der Lebensmüden. Aber es ist nicht leicht, sich dort zu ersäufen.

Außerdem in dieser Ausgabe

Fotoreportage: Die weißen Seebären

Ihre Heimat ist das zugefrorene Meer. Aber auch unter Wasser ist der Eisbär in seinem Element.

Wehe, wenn die Auster splittert

Einmal im Jahr feiern die Iren ihre Muschel, die so gut zum Bier passt: auf dem Austernfestival von Clarenbridge .

Logbuch eines langen Abschieds

Schauplatz Hamburger Hafen: ein aufgegebenes Schiff und eine Crew, die blieb, um ihre Heuer zu erstreiten.

Ostseensucht

Auf der Fähre von Kiel nach Litauen spielen nachts zwei Musiker für Touristen, Neureiche und Zivilisationsmüde.

Die Zauber-Segler

Dauen, die schnellen Lastenschiffe an den Küsten Kenias, fahren mit Inspiration und Magie.