mare No. 106

Liebe Leserin, lieber Leser,

er war der Meeresmaler. Und er war der Größte. Jedenfalls äußerte Letzteres Pablo Picasso. Henri Matisse war vor allem auch einer der wandelbarsten Künstler und einer der einflussreichsten. Alles begann im Fischerdorf Collioure in Südfrankreich. Dort entwickelte Matisse 1905 einen neuen Malstil, den Fauvismus, als er versuchte, das alles durch­dringende Licht des Mittelmeers einzufangen. Die Gegenständlichkeit wurde fast vollständig aufgelöst, die Farben, ihr Leuchten bestimmte die Bilder. In den folgenden 30 Jahren wandelte sich das Werk Matisses, es wurde ornamentaler, dann wieder flächiger, grafischer. Aber der Einfluss des Meeres blieb. Und sein Wohnsitz, über 40 Jahre, die Stadt Nizza. In seinen berühmten Fensterbildern, die das Innenleben eines Raumes mit der Außenwelt verbinden, blickt man nicht nur meistens auf schaukelnde Schiffe im Hafen oder einen Strand, sondern das hereinflutende Licht der Côte d’Azur lässt auch innen alles erstrahlen. Selbst in seinem Spätwerk, seinen Scherenschnitten, ist der Einfluss des Meeres, geprägt durch seinen Aufenthalt auf Tahiti, allgegenwärtig. Die Gestalt der Unterwasserwelt – Algen, Fische, Anemonen – findet sich wieder in seinen berühmten Papierarbeiten der letzten Jahre.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Nikolaus Gelpke

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