mare No. 85

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Eskimos (so bezeichnen sie sich selbst mehrheitlich) trotzten der winterlichen Dunkelheit und der Eiseskälte über Jahrtausende. Sie waren die Jäger des Meeres, nicht hoch entwickelt im Sinne der Aufklärung oder unserer Normen. Aber sie lebten in gegenseitigem Respekt und Demut. Konfrontiert mit den europäischen Wertvorstellungen, allen voran der christliche Glauben, geriet das Gefüge der Eskimos ins Wanken. Und so verschwand das Meer aus ihrem Leben, und sie verloren ihren Bezug zur Natur, dem allgegenwärtigen und bestimmenden Faktor ihres Lebens. Ein Verlust, der dazu führte, dass es heute kein Volk gibt mit höherer Suizidrate, mit exzessiverer Gewaltbereitschaft und massiveren Alkoholproblemen. Die Entwurzelung wurde in erster Linie von den Missionaren vorangetrieben. Aber die Seelenretter demütigten noch ganz anders. Ein nicht vorstellbares Maß von Missbrauch an jungen Eskimos geriet zum grauenvollen Alltag. mare-Redakteur Dimitri Ladischensky und der Fotograf Martin Schlüter begleiteten den Seelentröster Bischof Donald Kettler auf seinem Bittgang zu den Verzweifelten, beobachteten ihn und die Opfer bei seinen „Healing Sessions“.

Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen Nikolaus Gelpke

8,50 €
Lieferbar
Auf Lager

Die mare-Reportage

Der Bittgang

Der Bittgang

Jahrzehntelang schändeten jesuitische Missionare in Dörfern an Alaskas Beringstraße Hunderte Eskimokinder. Gerichte verurteilten das Bistum Anchorage zu Entschädigungen in Millionenhöhe. Vor allem muss der Bischof die Opfer persönlich um Vergebung bitten

Politik

„ÖkoLogie ist etwas für reiche Länder“

„ÖkoLogie ist etwas für reiche Länder“

Der Schriftsteller Viktor Jerofejew lud die Umweltdissidenten Alexander Nikitin und Grigori Pasko in sein Moskauer Wohnzimmer zu einem Gespräch über Russlands Verhältnis zum Umweltschutz. Fazit: „In diesem Land sind sie keine Helden“

Essay

Der Beat des Ozeans

Der Beat des Ozeans

In den Bildern und Metaphern des Meeres und des Wassers findet die Ambivalenz von menschlicher Gemeinschaft ihren Ausdruck

Leben

Die Muscheltherapeutin

Die Muscheltherapeutin

Eine Schweizer Austernzüchterin versetzt mit ihrem Savoir-vivre die alteingesessene Konkurrenz auf der französischen Atlantikinsel Noirmoutier in rege Unruhe

Kombüse

Mallorcas Miraculixe

Mallorcas Miraculixe

Das Pflücken von Meerfenchel ware einst ein Armeleutebrauch auf Mallorca. Heute ist das eingelegte Seemannsgemüse Delikatesse und Kennzeichen authentischer balearischer Küche

Wirtschaft

Die Eisenheiligen von New York

Die Eisenheiligen von New York

Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts errichtete New York Brücken, die zu Ikonen der Baukunst wurden. Zwei Fotografen haben sie, im Abstand von 100 Jahren, dokumentiert

Über 2891 Brücken mußt Du gehen

Über 2891 Brücken mußt Du gehen

Venedig, Amsterdam oder Hamburg? Vielleicht New York oder Sankt Petersburg? Oder sogar Berlin? Etliche Städte in aller Welt konkurrieren in einem albernen Wettbewerb der Superlative: Welche von ihnen hat die meisten Brücken?

„Gute Brücken wehren sich gegen jede Dekoration“

„Gute Brücken wehren sich gegen jede Dekoration“

Der Bau von Brücken über dem Wasser gilt als Königsdisziplin der Bauingenieure. In etlichen Grundformen und zahllosen Variationen, von denen manche jahrtausendealt sind, versuchen Baumeister seit je, Stabilität und Schönheit zu vereinen

Das Lied von der Brücke, die keine mehr sein konnte

Das Lied von der Brücke, die keine mehr sein konnte

wei Freunde seit New Yorker Kindertagen wachsen heran zu Musikern. Ihre Hymne an die Freundschaft macht sie in aller Welt berühmt. „Bridge Over Troubled Water“ heißt die Ballade, über die die Blutsbrüder Simon und Garfunkel sich auf ewig zerstreiten

Kultur

Die Lehrzeit des Meisters

Die Lehrzeit des Meisters

Schurigelei und Erleuchtung – wie die mehrmonatige Fahrt auf einem Marineschulschiff nach Rio de Janeiro dem jungen Édouard Manet zur Wahl des Malerberufs verhalf

Am seidenen Faden

Am seidenen Faden

Simone Frömming und Wolf Malten haben ein neues Genre des Puppenspiels erfunden: das Unterwassermarionettentheater. In ihren Aufführungen erschaffen sie eine Wunderwelt, die nicht nur Kinder bannt

Wissenschaft

Die Vermesser der Unterwelt

Die Vermesser der Unterwelt

Vor fast 140 Jahren bricht die britische Korvette „Challenger“ zu einer jahrelangen Fahrt über die Weltmeere auf. Ziel der Reise: Endlich Erkenntnisse über die völlig unbekannte Tiefsee zu gewinnen. Und die Risiken des Telegrafenkabelgeschäfts auszuloten

Das Blaue Telefon

Leser fragen mare

Leser fragen mare

Ihre mare-Hotline in die unerforschten Weiten und Tiefen der Meere

Schatztruhe

Fenster zum Meer

Fenster zum Meer

Fundstücke aus Kunst und Literatur

Salon

mare-Salon

mare-Salon

Empfehlungen aus Literatur, Musik, Film und Kulturleben

Strandgut

Neuigkeiten aus der Welt der Meere

Neuigkeiten aus der Welt der Meere

Von A wie Architektur bis Z wie Zoologie

Wir bitten um ein wenig Geduld. Die Angaben zum Heftinhalt folgen.

Wir bitten um ein wenig Geduld. Die Angaben zum Heftinhalt folgen.

Kolumne

Notizen einer Landratte, 8.

Notizen einer Landratte, 8.

In dieser Folge fordert unser Kolumnist Maik Brandenburg obligatorische Seefahrt bei mindestens Windstärke zwei für Dichter, außerdem ein Überdenken der redensartlichen Freiheit der Meere, und er zeigt, wo genau das Meer grandios ist.