mare No. 77

Liebe Leserin, lieber Leser,

vor fünf Jahren saß ich im Zug hinauf in die heimatlichen Alpen. Für Tage ohne Computer, Fernseher, Zeitung und Radio. Nur sehr viel Schnee erwartete ich. Das Mobiltelefon klingelte. Barbara Stauss, die Bildchefin von mare, klang aufgeregt. Unsere Moken-Geschichte, eine Reportage über die unter Wasser scharf sehenden Kinder der thailändischen Seenomaden, sei ja so nicht mehr machbar, nun, nachdem dort Tausende Menschen in den Fluten gestorben seien. Ich verstand zuerst nichts. So viele Tote? Ein Tsunami solchen Ausmaßes war mir unvorstellbar.
Der Autor der Reportage, unser damaliger Redakteur Maik Brandenburg, der 2004 die Moken besucht hatte und erst wenige Wochen vor der Katastrophe das Gebiet verlassen hatte, erfuhr auf Nachfrage, dass sie alle überlebt, aber auch alles verloren hatten. Jetzt, fünf Jahre danach, fuhr er zusammen mit der Fotografin Agnès Dherbeys wieder auf die Insel. Er fand Effekte vor von staatlichen Eingriffen und Spendenverwendung, die nachdenklich machen. Aber nicht die Spenden werden hier kritisiert, sondern wir erfahren, wie schwierig es sein kann, mit Geld und plötzlichen Errungenschaften der Zivilisation umzugehen.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Nikolaus Gelpke

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Der mare-Report

Bilder

Mach ein Bild von mir, bevor es zu spät ist

Fünf Jahre sammelte ein Fotograf Bilder und Geschichten von belgischen Fischern. Sie dokumentieren eindringlich und anrührend die Härten und Wagnisse von Fischern, aber auch ihre unstillbare Sehnsucht nach dem Meer.

Leben

This is not a cruise ship

Wer dazugehören will, braucht Millionen. Miteigentümer der „World“ zu werden heißt, sein Leben auf einer fahrenden Insel der Glückseligkeit zu verbringen. Schöne Aussichten.

Imbert

Hart am Wind

Seit 40 Jahren überquert Constance Imbert Ozeane, segelt schwierigste Regatten, bringt Männern die Kunst des Hochseesegelns bei und ringt noch immer um Anerkennung.

Die Umwege der Wahrheit

Widersprüchliche Ergebnisse nicht nur der Meeresforschung erzeugen Unmut in der steuerzahlenden Öffentlichkeit. Dabei führen erst Kontroversen zu zuverlässiger Erkenntnis.

Politik

Welle

Die Welle danach

Die erste Welle traf die Moken, die thailändischen Seenomaden, am 26. Dezember 2004. Nach dem Tsunami war es dann die Welle der Hilfsbereitschaft, die über das kleine Volk hereinbrach. Die eine erwies sich als nicht weniger verheerend als die andere.

Kombüse: Piekfein à la Niçoise

Im „Grand Café“ in Nizza gibt es nichts als Meeresfrüchte. Insbesondere nach Seeigeln steht hier Gourmets Sinn.

Wissenschaft - Titel Humboldt

Eine eigentümliche Vorliebe für die See

Viele Monate verbrachte der Forschungsreisende Alexander von Humboldt auf See, er fuhr 16 000 Seemeilen auf zwei Ozeanen und sammelte dabei so viele Erkenntnisse, dass er heute als Vordenker der Ozeanografie verehrt wird.

Blattgold

Humboldts Blattgold

Das Fort Knox der Botanik steht in Berlin-Dahlem. Hier hüten Wissenschaftler den grünen Schatz, den Humboldt von seiner Forschungsexpedition nach Deutschland brachte.

Im Namen der Wissenschaft

Nicht nur zahllose geografische Stätten tragen den Namen des großen Gelehrten, auch viele Schiffe. Mit gutem Grund.

Kultur

Von Seesäcken, Schuhkoffern und reiselustigen Elefanten

Koffer sind Symbole des Reisens, Metaphern für Globalisierung und Zeichen des Übergangs in neue Welten. Ein kurze Geschichte.

Franko-Balte

Nicolas de Staël – zwischen Himmel und Meer

Kaum ein Künstler hat sich intensiver mit dem Mittelmeer beschäftigt als der Franko-Balte de Staël. Sein beschwerliches Ringen mit Abstraktion und Figuration gilt heutigen Malern als wegweisend.

Wirtschaft

Gas geben

Erdgas ist klimafreundlich, reichlich vorhanden und lässt sich kostengünstig per Schiff über die Meere transportieren. In aller Welt entstehen gewaltige Hafenterminals für die flüchtige Fracht.

Neukaledonien

Tigerhai frisst Wal

Neukaledonien ist die Heimat der Kanak. Ihre Erde birgt die größten Nickelvorräte der Welt. Tagebauprojekte multinationaler Konzerne bedrohen die traditionellen Gemeinschaften und einzigartigen Küstenlandschaften der Südseeinsel. Erbittert kämpfen die Fischer für ihre Welt.