mare No. 56

Liebe Leserin, lieber Leser,

im scheinbar erstarrten Lächeln sind Delfine das Sinnbild für Sympathie. Deswegen werden sie geliebt. Aus Liebe rauben wir ihnen jedoch in Delfinarien auch ihre Freiheit. Überhöhte Gefühle führen oft zu widersprüchlichen Handlungen. Mögen wir Delfine nur aufgrund vielfacher Projektionen? Überheben wir sie um unserer selbst willen? Und sind Delfine nur wegen ihrer scheinbaren Nähe zur Menschlichkeit schützenswerter als andere Tiere? Diesen und noch viel mehr Fragen gehen wir in der vorliegenden Ausgabe nach. Sicherlich ohne vollständige Antworten zu geben. Denn dafür bleiben es eben doch unbegreifliche Tiere.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Nikolaus Gelpke

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Schwerpunkt „Delfine“

Die Rollen sind klar verteilt: Hai = Schurke; Delfin = Held. Beide sind Raubtiere, aber beim Delfin blenden wir die Zähne aus. Wir sind fasziniert von seiner Intelligenz und seinen Kunststücken, er kann singen, er lotet mit Ultraschall – und er lächelt uns immer an. Zynisch könnte man auch sagen: Wir schätzen ihn für das, was er uns gibt. Da hat ein Hai eindeutig schlechtere Karten.

Überflieger unter Wasser

Delfine sind Meisterschwimmer, clevere Teamspieler, versierte Sänger und Asse in Sachen Orientierung sowieso.

Flieg, Delfin, flieg!

Manche schwimmen Delfin, andere Schmetterling – was stimmt nun? Die Antwort von einem Olympiasieger, den sie „Albatros“ nennen.

Flossenkommando

Minen und Torpedos aufspüren, Schiffe bewachen – das sind Jobs, sagt die U. S. Navy, die ein Delfin besser kann als jeder Kampftaucher.

Schatztruhe

Fundstücke aus Kunst und Literatur.

Das Wunder von Dingle

Vor 23 Jahren tauchte ein wilder Delfin in der Bucht von Dingle auf, und eine kleine irische Stadt fand ihre große Liebe.

Zwischen Freund und Feind

Wir lieben den Delfin, clever ist er, hilfreich, kinderlieb. Und wir töten den Delfin. Ein Widerspruch? Nein, zwei Seiten derselben Medaille.

Ein Meer aus Blut

Delfine haben nur einen Feind – die Fischerei. Ihr fallen jedes Jahr Hunderttausende der Meeressäuger zum Opfer.

„Delfinarien Töten“

Ein Gespräch mit Nicolas Entrup von der Whale and Dolphin Conservation Society.

Free Lilly

Der Neurologe John C. Lilly war überzeugt, dass er mit Delfinen kommunizieren konnte – auf einer höheren Bewusstseinsebene.

„Wir rufen Flipper ...“

Was der Menschheit heute fehlt, ist ein treues Tier, das einem selbstlos und zuverlässig aus jeder Patsche hilft.

Außerdem in dieser Ausgabe

Kap der Ozeanografen

Tausend Forscher und drei Schiffe: In Woods Hole auf Cape Cod hat das Meer sein eigenes Labor.

Geisterschiffe vor Guinea

Zweite Etappe der Greenpeace-Expedition. Die „Esperanza“ stößt vor Westafrika auf einen sonderbaren Schiffsfriedhof.

Passage in den Tod

Im Mai 1939 schiffen sich in Hamburg 900 Juden auf dem Kreuzfahrtdampfer „St. Louis“ ein – auf der Flucht vor den Nazis. Doch das Exil ihrer Wahl werden sie nie erreichen.

Kombüse: Fisch essen, Meer sehen

Wie bekommt man den Dorsch warm von der Küche bis zum Strandkorb? Auf einem Bett aus Sauerkraut.

Läufer gegen den Strom

In der Vendée messen sich Athleten mit den Elementen – bei einem Wettlauf gegen die rasend schnelle Flut.

Augenblicke

Zwei Quellen der Inspiration nennt der Fotograf: Maler wie Pieter Brueghel – und die Küsten der Sieben Weltmeere.