mare No. 38

Liebe Leserin, lieber Leser,

der schwarze Kopf war ganz klein und zeigte sich nur selten zwischen den Wellen. In meinen Kinderaugen war meine Mutter viel zu weit aufs Meer hinausgeschwommen. Ich hatte Angst um sie.
Wenige Jahre später lernte auch ich schwimmen, und nun stand meine Mutter verzweifelt am Ufer und verfolgte meine leichtsinnigen Mutproben. Ich wurde ein guter und furchtloser Schwimmer. Nur hätte ich nie diesen einen Film sehen dürfen. Vor einigen Jahren hielt ich mich für abgeklärt und erwachsen genug, mir den „Weißen Hai" im Fernsehen anzuschauen. Ich schwimme immer noch gern. Aber plötzlich sehe ich mich aus der Perspektive des Fisches, ziehe meine Füße eng an den Körper und suche keuchend die Nähe des Strandes. Der Instinkt aus meiner Kindheit war ge­weckt worden. Das Meer ist nicht unser Terrain, wir können ihm uns nur mit einer soliden Technik und mit Respekt nähern.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Nikolaus Gelpke

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Wir bitten um ein wenig Geduld. Die Angaben zum Heftinhalt folgen.

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