mare No. 22

Liebe Leserin, lieber Leser,

zwei Jahre Vorbereitung für die Reise ins Land der Tschuktschen, am äußersten nordöstlichen Zipfel Sibiriens, verbrachte Liebman vor allem mit Warten: auf Transportmittel, auf gutes Wetter und auf Antworten von Behörden. Wohl nur, weil wir den namhaften russischen Schriftsteller Juri Rytchëu als Autor gewonnen hatten, wurde das mare-Team nach Tschukotka gelassen. Dorthin, wo die Meeresjäger leben, die noch heute Wale fangen. Zweimal hielt sich Liebman dort auf, jeweils für sechs Wochen, 90 Tage insgesamt. Die erste Fahrt, im kurzen sibirischen Sommer, gestaltete sich zunächst planmäßig, mit Regionalflugzeugen und einer mehrtägigen Schiffsfahrt. Auf dem Rückweg aber ging nichts mehr: Das Schiff war plötzlich spurlos verschwunden, und mit einem kleinen offenen Boot konnte das Flugzeug trotz Tag- und Nachtfahrt nicht mehr erreicht werden: 14 Tage warten auf das nächste, mit kaum mehr als Wodka zu trinken. Beim zweiten Mal, im Winter, stockte schon die Anreise. Wieder Wochen warten, bis der Pilot des Hubschraubers, der sich zufällig wegen eines Notfalleinsatzes in der Nähe aufhielt, per Funk zu einem Umweg überredet werden konnte.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Nikolaus Gelpke

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Schwerpunkt „Musik - Spiel mir das Lied vom Meer: Sirenen. Sinnesrausch. Silenzio“

Sechsundfünfzig Seiten über eine äußerst romantische sowie aufregende Liaison: Meer und Musik. Die See schenkt uns wundersame Klänge. Und sie bringt in unserer Fantasie viele Saiten zum Klingen.

Modern Jazz mit Muschelmagie

Der New Yorker Posaunist Steve Turre gilt als weltbester Virtuose unter den Muschelbläsern.

Der tödliche Gesang der Sirenen

Sirenen begleiten den Menschen seit Tausenden von Jahren. Zumeist als sinnliche, aber verwerfliche Versuchung.

Troubadour der Tiefe

Der Wal erfreut sich bei seinen Arien einer traumhaften Atemtechnik. Eine Sammelrezension der singenden Art.

Der Sound der MS „Damaskus“

Für Schiffsbesatzungen, die lange unterwegs sind, ist Musik an Bord fast überlebensnotwendig.

Das Comeback des Schifferklaviers

Seemannslieder sind in Deutschland untrennbar mit dem Akkordeon verbunden.

„Wenn bei Capri die rote Sonne ...“

Drei Cartoonisten illustrierten für mare den größten Ohrwurm aller Zeiten.

Wie das Meer ins Ohr kam

Die Geräusche des Meeres musikalisch zu beschreiben war schon immer eine Herausforderung.

Ein Gruss für die ganz Großen

Jedes Schiff, das in den Hamburger Hafen einfährt, wird am Schulauer Fährhaus mit einem Ständchen begrüßt.

Schatztruhe

Die Top 11 der Meeres-Songs.

Außerdem in dieser Ausgabe

Meeresjäger am Ende der Welt

Die Tschuktschen in Ostsibirien sind von Moskauvergessen. Ihre Hauptnahrungsmittel sind wieder Robben und Wale.

Eleganz unter Wasser

Seeschlangen sind friedlicher als ihr Ruf – nur drei von60 Arten gelten als aggressiv. Aber Giftzähne haben sie alle – und sie sind schnell.

Katastrophe in der Tiefe

Fahrten in Atom-U-Booten waren schon oft ein Himmelfahrtskommando. 1968 verschwand dieUS-amerikanische „Scorpion“ mitten im Atlantik .

Der Fluch des schlanken U-boots

Den ersten Druckwasserreaktor der Welt bestellte die US-Navy als Antrieb für die „Nautilus“. Damit begann der weltweite Siegeszug dieser Atomreaktorlinie. Eine Wiederveröffentlichung aus mare No. 5.