mare No. 130

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn Schiffe im Sturm verloren gingen, ertranken die Besatzungen jahrhundertelang ohne jede Chance auf Rettung. Auch die Küstenbewohner nahmen dies als gegeben hin, selbst wenn Schiffe nahe der Küste in Seenot gerieten. Aber die Strandung der „ Johanne“ am 6. November 1854 im Sturm ereignete sich in Sicht- und Hörweite der hilflos an Land stehenden Menschen, die trotz der geringen Distanz wegen der aufkommenden Flut und nicht vorhandener Rettungsmittel nicht einzugreifen vermochten. Die Schreie der Ertrinkenden und die danach angeschwemmten Leichen erschreckten die Menschen zutiefst. Es war die Geburtsstunde der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger – dank der erwachten Empathie der Landbewohner für die Seeleute draußen im Sturm, jenseits aller Gemütlichkeit.
Manchmal fällt es mir schwer, einen Sturm im sicheren Heim zu genießen, mein Wissen um Menschen, die genau in dem Augenblick auf See sind, ist dann zu präsent.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Nikolaus Gelpke

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Die mare-Reportage

Rio

Der Pfuhl von Rio

Brasiliens Metropole Rio de Janeiro leitet den Großteil ihrer Ab­wässer ungeklärt ins Meer. Die Folge: Die malerische Guanabarabucht ist völlig verschmutzt und voller gefährlicher Krankheits­keime. Die Behörden stehen ratlos vor einer Umwelttragödie.

Politik

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der weisse Samurai

Eine japanische Berühmtheit: Der Navigator Williams Adams erreichte im Jahr 1600 Japan. Er blieb bis zu seinem Tod und wurde zu einem Samurai, als erster Europäer überhaupt.

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Essay

Essay: Verloren im Paradies

Gestrandet auf einer einsamen Insel – ein Lieblings­topos in Literatur und Film. Wieso gefällt uns das Schaudern darüber so?

Leben – Titel: Sturm

Sturmlotsen

Sturm und Zwang

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Interview

„Ich dachte, Hurrikans gibt es bei uns nicht“

Klimawandel ist nirgends drastischer spürbar als an Küs­ten. Was bringt die Zukunft? Werden die Stürme gefährlicher? Ein Gespräch mit Deutschlands führendem Sturmforscher Meeno Schrader

Kombuese

Kombüse: Krosse Reminiszenz

Bäcker Nils Peters schafft es, die Ostsee und die Salzwiesen des Boddens in sein Brot zu backen. Der Weg dahin war mühsam.

Wirtschaft

Seekarten

Der Fluchhafen

Abgelegen im Atlantik, nur mit dem Postschiff zu erreichen: St. Helena, Napoleons letzter Wohnort, hat jetzt einen Flughafen. Seither ist nichts mehr , wie es war.

Cornwall

Cornwall, der entrückte Südwesten Englands

„Fisch! Zinn! Kupfer!“ prostete man sich einst in Cornwall zu. Vom früheren wirtschaftlichen Rang ist an Land’s End wenig geblieben. Aber der mythische Zauber dieses Meereslands ist geblieben. Grund genug für einen neuen mare-Bildband.

Kultur

Albi Brun

Umzingelt von Bergen sieht er den Horizont

Der Schweizer Albi Brun baut in seiner Werkstatt in den Bergen wundersame Hirngespinste: Wasserfahrzeuge, die Schiffbauer ein wenig neidisch machen.

mareTV

Primetime für das Meer

Am 4. Oktober sendet der NDR die 250. Ausgabe von mareTV. Als im Februar 2001 die erste Folge dieser einzigartigen Hommage an das Meer und seine Menschen ausgestrahlt wurde, ahnte niemand, wie groß der Erfolg einmal werden würde.

Propagandafilm

Kraft durch Filme?

Seit die Bilder laufen lernten, locken Marinefilme die Menschen ins Kino. Aber als Propaganda für Kriegspolitik wurden sie zum gefährlichen Werkzeug.

Wissenschaft

Algen

Natürliche Schönheiten

Dass sie die wichtigsten Sauerstoffproduzenten der Welt sind, täuscht leicht über die eigentümliche Anmut der Meeresalgen hinweg. Zeit für eine Würdigung.