Warum schauen Männer aufs Meer?

Das Bild von Männern am Strand, die verloren den Horizont betrachten, sind allen gegenwärtig. Der Grund dafür ist aber unklar

* Jeder hat seine Gründe, in die Welt oder in die Leere zu schauen. 

* Reinhold Messner, Bergsteiger

* Meine ultrakurze Erklärung, welche mein Mann bestätigt, ist folgende: Männer haben die Tendenz, sich mehr nach Freiheit und Un­abhängigkeit zu sehnen. Darum schauen sie aufs weite Meer. Männer sind tendenziell eher zukunftsgerichtet. Frauen beobachte ich im seichten Meer stehend mit dem Blick aufs Land gerichtet. Sie suchen eher das Eingebundensein in eine soziale Gruppe. Frauen, denke ich, sind tendenziell gegenwartsbezogen. Das meine Thesen, die Wahrheit müsste mit längeren Studien eruiert werden.
* Antoinette E. Anderegg, Expertin für Körpersprache

* Nur beim Blick auf die Weite des Meeres kann der Mensch einen Eindruck von der Größe seiner Welt bekommen. Warum? Nehmen wir mal an, seine Augen sind zwei Meter über der Wasseroberfläche, dann kann der Mann den Horizont nur bis zu einer Entfernung von knapp drei Seemeilen sehen. Weiter kann er die Wassermasse vor ihm nicht überblicken. Aus dieser einfachen Tatsache lassen sich vom Betrachter unbewusst Rückschlüsse auf die Erdkrümmung und darüber auf die Größe der Welt ziehen.
* Bobby Schenk, Weltumsegler

* Es gibt die Theorie, dass Männer eher nach außen gerichtet sind. In der Zeit vor der neolithischen Revolution dürfte das von Vorteil gewesen sein. Gefahren und Ressourcen aus größerer Entfernung zu erkennen dürfte die Überlebenssicherheit vergrößert haben.
Auf der anderen Seite gibt es die Theorie, dass Frauen eher nach innen gerichtet waren. Sie haben immer die größere Menge an Nahrung besorgt (wenn auch die mit weniger Energiedichte). Diese haben sie gesammelt, während Männer weiter spähen mussten.
Das dürfte einige Alltagsbeobachtungen erklären. Warum nämlich Männer die rote Ampel schon von 700 Metern aus sehen, aber die Butter im Kühlschrank für sie unauffindbar ist. Während Frauen die Butter finden, für den beifahrenden Mann aber immer zu wenig vorausschauend Auto fahren.
Und eben auch, dass Sie am Strand beobachten, dass mehrheitlich Männer den Blick in die Ferne gerichtet haben. Das ist mit aller Vorsicht zu betrachten und sicherlich nicht generell so.
* Stefan Verra, Experte für Körpersprache


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mare No. 146

Juni / Juli

Von Lars Wagner

Lars Wagner, Jahrgang 1977, arbeitet als freier Texter in Berlin. Und wenn er gerade nicht schreibt, hat er eine Kamera in der Hand. Damit fängt er am liebsten maximal unspektakuläre und beiläufige Momente des Alltags ein, die dann meistens eine ganze Menge über unser Leben erzählen – wie die stehenden Männer am Meer. 


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Vita Lars Wagner, Jahrgang 1977, arbeitet als freier Texter in Berlin. Und wenn er gerade nicht schreibt, hat er eine Kamera in der Hand. Damit fängt er am liebsten maximal unspektakuläre und beiläufige Momente des Alltags ein, die dann meistens eine ganze Menge über unser Leben erzählen – wie die stehenden Männer am Meer. 

Person Von Lars Wagner
Vita Lars Wagner, Jahrgang 1977, arbeitet als freier Texter in Berlin. Und wenn er gerade nicht schreibt, hat er eine Kamera in der Hand. Damit fängt er am liebsten maximal unspektakuläre und beiläufige Momente des Alltags ein, die dann meistens eine ganze Menge über unser Leben erzählen – wie die stehenden Männer am Meer. 

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