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Nur am Strand von Hua Hin, einem Seebad in Thailand, baden Makaken im Wasser und knacken Muscheln mit Werkzeugen. Wieso bloß?

Die Evolution hat Menschen und Affen ähnliche Vorlieben in die Wiege gelegt. Eine lässt sich besonders gut am Takiab-Strand in Hua Hin beobachten, einem bekannten Badeort am Golf von Thailand. Auf der einen Seite breiten Menschen ihre Handtücher aus. Auf der anderen nehmen Primaten der Art Macaca fascicularis, besser bekannt als Javaneraffen oder Langschwanzmakaken, ein Bad im Meer. Einfach so. Zum Vergnügen.

Sie springen von den Felsen, stoßen ihre Artgenossen ins Wasser, tauchen die Köpfe der anderen unter und, ja, einige lassen auch für alle gut sichtbar ihren Urin von den Felsen ins Meer plätschern.

Erstaunlich ist auch ihr Geschick. Hua Hins Langschwanzmakaken benutzen Steinwerkzeuge, um Schalen- und Krustentiere zu knacken – kleine Hämmer für Felsenaustern, größere für Schnecken, Muscheln, Seemandeln und Krebse. Wie kommen sie darauf?

Tatsächlich ist die Verwendung von Steinwerkzeugen in der Welt der Primaten nicht einzigartig. Der Werkzeuggebrauch von Schimpansen in Afrika ist seit Jane Goodall legendär. Auch Kapuzineraffen in Brasilien setzen Werkzeug ein. Im Gegensatz zu Makaken verwenden beide Arten es vor allem zum Öffnen von Nüssen, nicht aber für Meerestiere. „Makaken sind die Generalisten unter den Primaten und extrem anpassungsfähig“, sagt James R. Anderson, Psychologe und Primatologe an der Kyoto University in Japan.

Bekannt für den Werkzeuggebrauch sind vor allem zwei Unterarten: Macaca fascicularis und Macaca fascicularis aurea. Auf den 400 Kilometer südlich von Hua Hin gelegenen Inseln Pia Nam Yai und Thao an der Küste der Andamanensee hört man das Klopfen und Hämmern schon von Weitem. Obwohl ihr natürlicher Lebensraum die Wälder sind, knacken die Makaken hier seit Jahrtausenden Muscheln, wie archäologische Funde belegen. Den Tieren verhilft der Werkzeuggebrauch zu einer nährstoffreicheren Ernährung – ein wichtiger evolutionärer Vorteil.

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mare No. 134

No. 134

Von Fabian von Poser und Cyril Ruoso

Fabian von Poser, Jahrgang 1969, Journalist in München, schrieb über Gorillas in Ruanda und Bonobos im Kongo. Doch die Fähigkeiten der Makaken versetzten selbst ihn als Kenner ins Staunen.

Cyril Ruoso, geboren 1970, Wildlifefotograf im französischen Burgund, musste für diese Bilder ins Wasser steigen, obwohl er es hasst, im Meer zu baden. Doch die Langschwanzmakaken waren es ihm wert.

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Vita Fabian von Poser, Jahrgang 1969, Journalist in München, schrieb über Gorillas in Ruanda und Bonobos im Kongo. Doch die Fähigkeiten der Makaken versetzten selbst ihn als Kenner ins Staunen.

Cyril Ruoso, geboren 1970, Wildlifefotograf im französischen Burgund, musste für diese Bilder ins Wasser steigen, obwohl er es hasst, im Meer zu baden. Doch die Langschwanzmakaken waren es ihm wert.
Person Von Fabian von Poser und Cyril Ruoso
Vita Fabian von Poser, Jahrgang 1969, Journalist in München, schrieb über Gorillas in Ruanda und Bonobos im Kongo. Doch die Fähigkeiten der Makaken versetzten selbst ihn als Kenner ins Staunen.

Cyril Ruoso, geboren 1970, Wildlifefotograf im französischen Burgund, musste für diese Bilder ins Wasser steigen, obwohl er es hasst, im Meer zu baden. Doch die Langschwanzmakaken waren es ihm wert.
Person Von Fabian von Poser und Cyril Ruoso