John Marr und andere Matrosen

„Selbst wenn Melville keine Prosa geschrieben hätte, würden ihm die Qualität, Vielseitigkeit und eindrucksvolle Energie seiner Gedichte einen vordersten Rang in der amerikanischen Literatur sichern.“ Douglas Robillard
Weit über Moby-Dick hinaus war Melville, der in seiner Jugend auf einem Postschiff, später auf einem Walfänger angeheuert hatte, ein Dichter des Meeres: Drei Jahre vor seinem Tod verlegte er anonym, zu Selbstkosten und in einer Auflage von nur 25 Stück die Gedichtsammlung John Marr und andere Matrosen, eine Hommage an die Kameradschaft auf See und an eine glanzvolle Epoche der Seefahrt, die mit dem amerikanischen Bürgerkrieg endete. Zu alt, um noch zur See zu fahren, haben John Marr, Bräutigam Dick und andere weitgereiste Männer sich im Inland Amerikas niedergelassen. Doch in der neuen Umgebung werden sie nicht heimisch; mit den gleichmütigen Landmenschen, für die das Meer nur ein „vages Gerücht“ ist, verbindet sie nichts. Und so erwachen die Kameraden von einst in den Erinnerungen der Seemänner noch einmal zum Leben. Ihre Stimmen künden von vergangenen Zeiten voll Ehre und Mut, aber auch von Tod, Vergänglichkeit und unausweichlichem Schicksal.
Eins ist klar in den Seemannsgedichten von Herman Melville: Ein echter Matrose kann nie zur Landratte werden. „Sturm ist Leben! – Lasst es stürmen!“ Von der Sehnsucht nach Abenteuer und dem Leben im Augenblick erzählen Melvilles weitgehend unbekannte Texte. Ergänzt durch feinsinnige Zeichnungen von Pascal Cloëtta, bietet diese deutsche Erstübersetzung die Möglichkeit, eine wohlvertraute Stimme der amerikanischen Literatur neu zu entdecken.
Englischer Originaltext im Anhang.
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John Marr und andere Matrosen
Mit einigen Seestücken
OT: John Marr and Other Sailors
Aus dem Amerikanischen übersetzt und herausgegeben von Alexander Pechmann
mit zahlreichen Illustrationen von Pascal Cloëtta
Originaltext im Anhang
Leinenband mit Lesebändchen im Schuber
184 Seiten
ISBN: 978-3-86648-149-7
Erscheinungsdatum: 12.03.13
„Randvoll ist dieses schmale, vom mareverlag exquisit gestaltete Bändchen mit Verschlüsselungskunst. Kein Meer wie Moby Dick, aber ein glitzernder Nebenstrom, in den abzutauchen ein Leseglück ist.“
Deutschlandradio Kultur
„So schmal der Umfang mit nicht mehr als neunzehn Gedichten ist, so gewichtig der Inhalt, weshalb Melvilles lyrisches Œuvre den Arbeiten seiner grossen und in dieser Hinsicht produktiveren Zeitgenossen Walt Whitman und Emily Dickinson getrost an die Seite gestellt werden darf.“
Neue Zürcher Zeitung
„Zu den schönsten Sammlungen von geschriebenen Seestücken gehören die Gedichte über die Seefahrt und das Meer, die (...) Herman Melville (...) unter dem Titel John Marr und andere Matrosen veröffentlichte. Zweisprachig in Deutsch und Englisch, in Leinen gebunden und mit gestaltetem Schuber jetzt neu in einer besonders schönen Ausgabe.“
Dresdner Morgenpost
„Pechmann steuert ein feinsinniges Nachwort samt Glossar bei und verleiht den Erzählpassagen den zeitlosen Melvilleschen Glanz.“
FAZ
John Marr und andere Matrosen finden sich im wunderbaren Melville-Band des mareverlags, der fast zu fein und edel ist, um das Buch mit an den Strand zu nehmen. Die Zeichnungen von Pascal Cloetta sind zart und zauberhaft. Die nautisch erprobte Übersetzung von Alexander Pechmann schwimmt auch bei Melvilles Fisch- und Vogelgedichten obenauf. Und wer's nicht glaubt, wer Sehnsucht hat nach dem Moby Dick-Dichter im Original, liest das Bändchen eben zwei Mal. Auf Englisch und auf Deutsch.“
Tagesspiegel

Herman Melville

Herman Melville (1819–1891) reiste als junger Mann auf einem Walfänger in die Südsee. Seine Erlebnisse verarbeitete er in den Reiseromanen Typee und Omoo. Sein Moby-Dick (1851) gilt heute als einer der wichtigsten Romane der amerikanischen Literatur. Nach etlichen Misserfolgen und persönlichen Tragödien arbeitete Herman Melville als Zollbeamter in New York und schrieb Gedichte, die er als Privatdrucke veröffentlichte und an Freunde verschenkte.

Herman Melville

Pascal Cloëtta

Pascal Cloëtta, geboren 1975 in Zürich, studierte Kommunikations- sowie Animationsdesign in Hamburg, wo er auch heute lebt und arbeitet.

Pascal Cloëtta

Alexander Pechmann

Alexander Pechmann, geboren 1968 in Wien, studierte Soziologie, Psychologie sowie englische und amerikanische Literaturwissenschaft. Er arbeitet als freier Autor, Herausgeber und Übersetzer und übertrug u. a. Werke von Mary Shelley, W. B. Yeats und Nathaniel Hawthorne ins Deutsche. Für mare übersetzte er zuletzt Herman Melvilles John Marr (2013).

Alexander Pechmann
  1. Moby-Dick oder: Der Wal
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