Was das Meer ihnen vorschlug

Ein Wechselspiel von Loyalität und Hass, eine dramatische Familiengeschichte von nahezu biblischer Dimension.
Als nichtsnutzige Versager betrachtet der jähzornige, misanthropische Hotelbesitzer seine fast erwachsenen Zwillingssöhne Mario und Javier. Und nachdem sie jahrelang unter ihm gelitten haben, bringen die beiden Brüder dem herrischen Vater ihrerseits lang gewachsene Ablehnung entgegen. Schließlich hat nicht zuletzt dessen schamloses Verhältnis mit einer anderen Frau, aus dem sogar ein weiteres Kind hervorgegangen ist, ihre Mutter krank gemacht – ein offenes Geheimnis in dem kleinen Küstenort. Eines Nachmittags begeben sich Vater und Söhne zum Fischen auf hohe See. Doch vor der karibischen Küste braut sich ein schweres Unwetter zusammen, die Hitze ist drückend, die Stimmung aufgeladen. Als ihr Motorboot in Seenot gerät und der Vater plötzlich über Bord geht, erkennen die Brüder eine Chance, die so verlockend wie grausam ist.
In siebenundzwanzig vielstimmigen Kapiteln schildert Tomás González die schicksalsträchtigen Stunden, in denen ein fest verwurzelter Konflikt unaufhaltsam auf seinen Höhepunkt zusteuert und in denen zwei Brüder eine Entscheidung über Leben und Tod fällen müssen. Vordergründig still, erzählt González eine dramatische Geschichte von der Dimension einer griechischen Tragödie.
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Was das Meer ihnen vorschlug
Roman
OT: Temporal
Aus dem Spanischen von Rainer und Peter Schultze-Kraft
gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen
160 Seiten
ISBN: 978-3-86648-231-9
Erscheinungsdatum: 08.03.16
Als mare-eBook bei allen üblichen Händlern verfügbar
„Gut, da ist Hemingways Der alte Mann und das Meer. Ein grandioser Text; wer immer davon ein Remake versucht, muss scheitern. Aber so sehr es auf den ersten Blick auch danach aussieht, dass González sich anschickt, genau das zu erproben (…), erleben wir hier eine erzählerische Eigenständigkeit, die ihresgleichen sucht. (…) Empfehlung. Unbedingt.“
Stadtblatt Osnabrück
„Der Autor verbindet geschickt das Motiv eines archetypischen Vater-Sohn-Konfliktes und der Konkurrenz zwischen Brüdern mit den existentiellen Fragen nach dem Verhältnis von Mensch und Natur, nach Selbstbehauptung, Wahn und Lebenssinn, wie sie schon Hemingway oder Melville in ihren großen Romanen von Männern und dem Meer stellten. Kammerspielartig spitzt González die Situation zu, stimmungsvoll verdichtet er die Atmosphäre – und kann seinen großen Kollegen mühelos das Wasser reichen.“
Deutschlandradio Kultur
„González ist ein psychologisch schneidendes, schaurig-schönes Büchlein geglückt.“
Nürnberger Zeitung
„Vor der Kulisse der kolumbianischen Karibikküste entwickelt Tomás González das mitreißende Drama zweier junger Männer zwischen Pflichtgefühl und Hass.“
WDR 5
„Ein Geheimtipp der kolumbianischen Literatur: Tomás González und sein spannungsgeladener Roman Was das Meer ihnen vorschlug.“
taz

Tomás González

Tomás González, 1950 in Medellín geboren, zählt zu den wichtigsten kolumbianischen Autoren der Gegenwart. Er studierte Philosophie in Bogotá und begann in den 80er-Jahren mit dem Schreiben von Erzählungen, Romanen und Gedichten, von denen viele ins Deutsche übertragen worden sind. Nachdem er 16 Jahre als Übersetzer und Journalist in New York tätig war, lebt er heute wieder in Kolumbien.

Tomás González

Rainer und Peter Schultze-Kraft

Peter Schultze-Kraft, 1937 in Berlin geboren, setzt sich seit fünfzig Jahren als Übersetzer und Herausgeber für die lateinamerikanische Literatur im deutschsprachigen Raum ein. Seit 2003 überträgt er Tomás González' Werke ins Deutsche, zusammen mit seinem Bruder Rainer Schultze-Kraft, geboren 1941, ehemals Professor für tropische Landwirtschaft und Kolumbien ebenfalls eng verbunden.

Rainer und Peter Schultze-Kraft