Seehundgesang

„David Thomsons Seehundgesang verstört, berührt und bezaubert." Frankfurter Allgemeine Zeitung“ DER SPIEGEL
Michael Sean, ein armer Fischer, fand eines Tages in der Nähe seiner Kate einen Heuler mit schneeweißem Fell. Sein Gewissen rang mit seiner Gier – und unterlag. Er erschlug den jungen Seehund, um sich aus dessen Fell den schönsten Wams im Dorf zu nähen. Es verging auf den Tag ein Jahr. Dann wurde Michael Sean tot aufgefunden – erschlagen, und zwar genau an der Stelle, an der er einst den jungen Seehund getötet hatte. Eine andere Sage erzählt von der unheimlichen Cousine, die stets Röcke trug, die bis auf den Boden reichten. Niemand sprach aus, was sich nur die Kinder unter dem Küchentisch zuflüsterten: Dass die unheimliche Cousine ein Robbenmensch war, der unter seinen langen Röcken keine Beine, sondern einen Robbenschwanz verbarg.
David Thomsons Buch ist das Ergebnis langer Wanderungen: Ende der vierziger Jahre hat der Autor den westlichen Rand Europas von den Shetland-Inseln bis zur Küste von Kerry erforscht. In Gegenden, von denen die Menschen lange Zeit glaubten, sie seien das Ende der Welt, kehrte er in entlegene Pubs und windschiefe Fischerhütten ein, um sich von den Bewohner Seehundslegenden erzählen zu lassen. Dabei schlüpft David Thomson in mehrere Rollen zugleich: Als Historiker dokumentierte er den einzigartigen Sagenschatz einer versunkenen Welt; als Künstler hat er einen modernen Klassiker geschrieben, der in die wundersamen Räume der Erinnerung und Phantasie entführt, wo der Mensch in den Gestalten des Seehunds immer wieder Bilder seiner selbst entdeckt.
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Seehundgesang
Irische und Schottische Legenden
320 Seiten
ISBN: 978-3-936384-38-3
Erscheinungsdatum: 01.08.05
„Ein stilles, leuchtendes Buch.“
Neue Zürcher Zeitung
„Sein Bericht atmet eine eigene, beglückende Poesie, die keiner ausschmückenden Aufbereitung mehr bedarf: Jeder, dem einmal in der Natur das Herz aufgegangen ist, wird sie verstehen.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung
„Ein Buch wie ein Stillleben: unaufgeregt, natürlich, poetisch.“
Rheinischer Merkur
”Das ist ein so richtig schönes Buch für lange Herbstabende...“
Hellweger Anzeiger

David Thomson

David Thomson wurde 1914 als Sohn schottischer Eltern in Indien geboren. Er war zeitlebens ein Reisender, arbeitete für die UNESCO in Paris, Liberia und in der Türkei und produzierte 25 Jahre lang Beiträge für die BBC. Für sein Werk wurde er mit dem McVitie-Preis und dem NCR Book Award ausgezeichnet. David Thomson starb 1988.

David Thomson

Eike Schönfeld

Eike Schönfeld, Jahrgang 1949, übersetzt seit rund zwanzig Jahren englischsprachige Literatur, darunter Werke von Henry Fielding und J. D. Salinger. 2004 wurde ihm der Ledig-Rowohlt-Übersetzerpreis verliehen. Eike Schönfeld lebt in Hamburg.

Eike Schönfeld