Die Untreue der Grönländer

„Vollendete Romankunst.“ Berlingske Tidende
Sind die Grönländer untreu? Die Bewohner des kleinen Dorfes am östlichen Rand von Grönland, in das es den Kopenhagener Jesper verschlägt, sind jedenfalls keine Kinder von Traurigkeit: Sie feiern und genießen, lieben und betrügen einander und zeigen sich wenig beeindruckt von dem ewigen Kreislauf aus Fortpflanzung, Geburt und Tod. Während des Jahres, in dem Jesper die örtliche Krankenstation leitet, erlebt er mit den Dorfbewohnern so schöne und schaurige Geschichten, wie er sie sich nicht hätte träumen lassen. Er sieht sich vor Aufgaben gestellt, auf die er nicht vorbereitet war, wird von seinen Patienten gezwungen, zu operieren oder Zähne zu ziehen. So lernt Jesper den Eigensinn, aber auch den Humor und die Gelassenheit der Grönländer kennen – und das Selbstbewusstsein der Frauen, die nicht nur beim Fußball oder beim Poker den Ton angeben.
Kim Leine schreibt lakonisch und poetisch, mit trockenem Witz und feiner Ironie. Er erzählt von den Menschen in einem grönländischen Dorf, von Salomons Diskutek- und Kinobetrieb, vom Pokalsieg der Frauenfußballmannschaft, von arktischen Stürmen, Bären im Keller und Schüssen aus dem Nirgendwo. Der Däne Jesper begegnet destruktiven Kräften, die sich in der Dunkelheit verbergen, aber auch einer unerwarteten Schönheit und Leidenschaft.
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Die Untreue der Grönländer
Roman
OT: Tunu
Aus dem Dänischen von Ursel Allenstein
gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen
334 Seiten
ISBN: 978-3-86648-140-4
Erscheinungsdatum: 14.03.11
„Wunderbar lakonisch und faszinierend von der ersten Seite bis zur letzten.“
WDR 5
„Kim Leine flicht verschiedene, fiktive Lebensläufe erst locker, dann immer beharrlicher, zu einem Gesellschaftspanorama zusammen, geerdet durch beste Milieukenntnisse.“
Welt online
„Kim Leine entdeckt in seinen Charakteren das, was man das ‘zutiefst Menschliche' nennen könnte - Selbstzweifel, Feigheit, Überforderung -, ohne sie zu tragischen Helden zu stilisieren. Dieses Erzählen ermöglicht eine auf den Punkt inszenierte Situationskomik.“
taz
„Diese Siedlung mit ihren Menschen, die Leine meisterlich porträtiert, ist die Protagonistin des Romans. (...) Kim Leine schildert in dem tragikomischen, im besten Sinn dänischen Buch die Nöte der Menschen im Eismeer mit Sympathie, einem Blick fürs Detail und trockenem Witz.“
Neue Zürcher Zeitung
„Der Roman wird immer interessanter, zuletzt nimmt man ungern Abschied. Die Präsensform sorgt dafür, dass wir an den Erlebnissen verschiedener Protagonisten teilnehmen und in die Atmosphäre der kleinen Enklave auf sturmumtoster Insel eindringen können. (...) Ein ganz starkes Stück Literatur.“
Buchmarkt
„Ein dramaturgisch faszinierender Roman. (...) 330 Seiten lang und keine Seite zu viel.“
NDR 90,3
„Ganz ohne folkloristische Blödelei beschreibt Kim Leine das harte Leben im beinahe ewigen Eis, gelegentlichen Überschwang inklusive. So ist sein herber Roman gespickt mit skurrilen, markanten, oft ratlosen, aber nie verratenen Typen.“
stern
„Ein Roman, so hinreißend absurd wie Kaurismäkis Filme, nur viel heiterer.“
Style
„Er präsentiert sein Grönland-Thema in einer literarisch anspruchsvollen Weise, und der bewusst sachliche Duktus seiner Sprache trägt auch in der gelungenen Übersetzung von Ursel Allenstein. (...) ein lesenswerter Roman über das uns immer noch sehr fremde Leben in Ostgrönland.“
SWR 2
„Kim Leines Die Untreue der Grönländer ist ein weises und humorvolles Buch über das nackte Leben, reduziert auf seine Grundzüge, wie sie der entbehrungsreiche Alltag im eisigen Ostgrönland par excellence bietet. (...) Hier geht es um das Existenzielle, rau und zuweilen derb erzählt. Rau und derb wie das Leben eben ist, mit einem gehörigen Schuss Melancholie.“
Frankfurter Neue Presse
„Kim Leine schreibt ohne rhetorisches Pathos. Wenn er Landschaft oder die schmutzige Küche einer Grönländerin beschreibt, befindet man sich mitten darin. Nebenbei lernt der Leser eine Menge darüber, welche Abhängigkeiten gut gemeinte Sozialpolitik in einem Land, in deren Kultur sie nicht entstanden ist, erzeugen kann.“
Flensburger Tageblatt
„Eine raffinierte und zutiefst menschliche Geschichte über Leben und Tod, Liebe und Sterben, Vertrauen und Verrat.“
Neue Luzerner Zeitung
Die Untreue der Grönländer ist Kim Leines Liebeserklärung an diese in jeder Hinsicht autonome Insel."
GEO Saison
„Kim Leine weiß in seiner schnörkellosen Sprache großartig zu erzählen. (...) Ein ungewöhnliches wie großartiges Stück Literatur.“
Wilhelmshavener Zeitung
„Die Bewohner dieser fiktiven Siedlung bevölkern diesen Roman voller Wucht, dass dessen Sound einem noch lange in den Ohren dröhnt.“
Nordis
„Leine erzählt mit der nötigen Fremdheit von einer nur auf den ersten oberflächlichen Blick vertrauten Welt. Eine ausdrucksstarke neue Stimme im Literaturbetrieb.“
Fränkische Nachrichten
„Lakonisch, poetisch, mit trockenem Witz.“
Bolero
„Eine ergreifende Story über das, was zählt.“
Jolie

Kim Leine

Kim Leine, 1961 geboren, gilt als einer der wichtigsten Realisten der dänischen Literatur der letzten Jahre. Seine Romane wurden von der Kritik gefeiert und in mehrere Sprachen übersetzt. 2010 erhielt Kim Leine das renommierte Dreijahresstipendium des Danish Arts Council. Er lebt in Kopenhagen.

Kim Leine

Ursel Allenstein

Ursel Allenstein, geboren 1978, studierte Skandinavistik, Germanistik und Anglistik in Frankfurt und Kopenhagen. 2007 erhielt sie das Bode-Stipendium des Deutschen Übersetzerfonds. Sie überträgt unter anderem Sara Stridsberg ins Deutsche und lebt als freie Übersetzerin in Hamburg.Für die Übertragung von Kim Leines Roman Die Untreue der Grönländer vom Dänischen ins Deutsche wurde Ursel Allenstein mit dem Hamburger Förderpreis für Literarische Übersetzung ausgezeichnet.

Ursel Allenstein