Das ist Alise

„Ein schwerer Fall von Weltliteratur.“ Süddeutsche Zeitung
In einem Haus an einem Fjord liegt Signe, eine alte Frau, auf einer Bank und sieht sich selbst als junge Frau durch die Räume gehen. Sie sieht sich am Fenster stehen und auf das Wasser blicken. Sie sieht ihren Mann Asle, den es in seinem kleinen Boot immer wieder auf den Fjord hinauszog, bis er eines Tages nicht zurückkehrte. In dem alten Haus, das erfüllt ist von den Stimmen seiner ehemaligen Bewohner, traumwandelt Signe durch die Vergangenheit und begegnet den vorangegangenen Generationen der Familie – bis zurück zu Asles Ururgrossmutter Alise, die in der Nacht am Ufer ein Feuer hütet. Denn schon damals hatte es einen gegeben, der nie mehr vom Fjord zurückkam.
„Er ging nicht weg, er blieb hier bei ihr, die ganze Zeit, bis er so plötzlich verschwand, denkt sie, er war bei ihr, vom ersten Mal, dass sie ihn ankommen sah und er da stand und sie sich einfach nur anschauten, einander zulächelten, als ob sie alte Bekannte wären, als ob sie sich schon immer kennen würden irgendwie, aber sich so unendlich lang nicht mehr gesehen hätten und sich darum so riesig freuen würden, dieses Wiedersehen machte beide dermaßen froh, dass die Freude die Führung übernahm, sie führte sie aufeinander zu, als hätte ihnen das ganze Leben lang etwas Wichtiges gefehlt, und jetzt wäre es da, endlich, jetzt war es da“.
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Das ist Alise
Novelle
Aus dem Norwegischen von Hinrich Schmidt-Henkel
gebunden
120 Seiten
ISBN: 978-3-936384-08-6
Erscheinungsdatum: 01.09.03

Jon Fosse

Jon Fosse, geboren 1959 in Haugesund in Norwegen, ist der bedeutendste europäische Dramatiker der Gegenwart. Seine Stücke und Prosatexte wurden in 30 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet. Jon Fosse lebt mit seiner Familie in Bergen; seine Bücher schreibt er in einem abgelegenen Landhaus am Osterfjord.

Jon Fosse

Hinrich Schmidt-Henkel

Hinrich Schmidt-Henkel, Jahrgang 1959, ist der Übersetzer Jon Fosses. Er hat außerdem Romane und Theaterstücke von Henrik Ibsen, Albert Camus und Stefano Benni ins Deutsche übertragen und dafür zahlreiche Preise erhalten.

Hinrich Schmidt-Henkel