Das Herz auf der Haut

„Durch diese Geschichten klingt das Rauschen der Meere, sie erzählen uns von Seemannsträumen, von bemalten und beschriebenen Seelen.“ Clemens Meyer
Spätestens, seit die Tätowierung der neuen deutschen First Lady Bettina Wulff im Sommer 2010 durch die Medien ging, ist klar: Der permanente Körperschmuck ist salonfähig geworden. Dabei war die Geschichte der Tätowierung wechselhaft. Während Charles Darwin auf seinen Entdeckungsfahrten feststellte, dass schon die „Wilden auf ihre persönliche Erscheinung größten Wert legten“, und kein einziges Land bereiste, „in welchem die ursprünglichen Bewohner sich nicht tätowierten“, war der von den Seefahrern nach Europa getragene Körperkult in Zeiten der Christianisierung hierzulande zunächst verpönt. Dennoch setzte sich die Mode durch: Im 19. und 20. Jahrhundert verbreiteten sich die Tätowierstudios ausgehend von den großen Hafenstädten durch die Lande. Zwar galt die Tätowierkunst noch lange als anrüchig-provokatives Markenzeichen der Subkultur, etablierte sich aber auch als literarischer Topos.
Das Herz auf der Haut versammelt Höhepunkte der internationalen Literatur, darunter Erzählungen von Ray Bradbury, Sylvia Plath, Franziska Gerstenberg und John Irving. Darin verausgaben sich geniale Tätowierkünstler, um das perfekte Tattoo zu kreieren, Matrosen schrecken selbst vor Kirchenraub nicht zurück, um das heißersehnte Motiv bezahlen zu können, und von mysteriösen Frauen gestochene Tätowierungen erwachen auf der Haut ihrer Träger zum Leben.
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Das Herz auf der Haut
Literarische Geschichten über das Tattoo – von Herman Melville bis Franziska Gerstenberg
Hrsg. von Benedikt Geulen, Peter Graf, Marcus Seibert
Mit einem Vorwort von Clemens Meyer
Leineneinband mit transparenter Banderole
Lesebändchen
Fadenheftung
368 Seiten
ISBN: 978-3-86648-146-6
Erscheinungsdatum: 14.03.11
„Dieses Buch war längst fällig. (...) Schon die ansprechende originelle Aufmachung zeugt von der Sorgsamkeit, mit der die Herausgeber ans Werk gegangen sind. Benedikt Geulen, Peter Graf und Marcus Seibert haben ihre literarischen Kompetenzen als Buchhändler, Lektor, Verleger und Autor synergetisch genutzt. Das Lesen des Erzählbandes entwickelt sich von Seite zu Seite zu einer Reise, ja zu einem sanften Gleiten durch die Zeit und die Welt. Die Geschichten über Tattoos sind pures Lesevergnügen.“
WDR 5
Das Herz auf der Haut stellt Welten vor, wie es sie vielleicht nicht mehr gibt. Und es zeigt eine Kultur, die mehr zu bieten hat, als einen Delfin über dem Knöchel oder ein Herz auf dem Oberarm. Es ist darum nicht nur für Fans von Tattoos ein Lesevergnügen.“
ntv
„Die Texte in diesem Buch lassen das Faszinosum Tattoo so facettenreich schimmern, wie ein gutes Tattoo wohl sein sollte. (...) Selbst wenn man kein Freund der Tätowierkunst ist, gehen einem bei der Lektüre dieser erstaunlich bunten Anthologie die Augen über. Nicht zuletzt, weil die ausgewählten Zitate, Erzählungen oder Romanauszüge den Herausgebern recht geben, wenn sie das Fazit ziehen: Die wichtigste Tätowierkunst ist immer noch die Literatur.“
WDR 3 Resonanzen
Das Herz auf der Haut erzählt die Geschichte der Tätowierungen. Selbst im Zeitalter der Reproduzierbarkeit haben sich Tattoos ihre exotisch-erotische Aura bewahrt.“
tagesanzeiger.ch
„Eine wunderbare, intelligente Auswahl, eine liebevolle Gestaltung: mit Schnitt und Vorsatzpapier in Tintenlila.“
Sächsische Zeitung
„In zweiundzwanzig faszinierenden Kurzgeschichten (...) wird die Tätowierkunst, besser als jede fotografische Abbildung vermöchte, mit Hilfe des bildlich-suggestiven sprachlichen Ausdrucksvermögens der einzelnen Autoren zu einer eigenständigen Kunstform auf lebendigem Untergrund erhoben, die den etablierten Künstlern in nichts nachsteht. (...) So wird der schnöden Tätowierkunst nicht nur erhabene literarische Bedeutung verliehen, sondern dem Leser ganz nebenbei auch deutlich vor Augen geführt, was gute Literatur zu leisten vermag.“
Jüdische Zeitung
„Diese Geschichten gehen unter die Haut wie die Tinte der Tätowierungen der Protagonisten. (...) Dieses Buch ist rund, bildlich ohne Bilder und voller Tinte ohne auch nur eine Tätowierung. Denn diese sorgfältig zusammengestellte Auswahl an Auszügen von Geschichten rund um das Tätowieren kommt komplett ohne Illustrationen aus und zeichnet doch ein Bild schöner als das andere in den Kopf des Lesers (...) - in diesem Buch steckt eine Menge Seemannsgarn.“
Surfers
„Tolle Geschichten haben die drei Herausgeber - Benedikt Geulen, Peter Graf und Marcus Seibert - zusammengetragen. (...) Die 23 Texte sind in zart-grünes Leinen gebunden, mit Informationen zu den Autoren versehen und einem sexy Engelchen auf dem Deckel. Ein Buch, das man gerne in die Hand nimmt, gemacht von Leuten, die wissen, worauf es heute beim Büchermachen ankommt.“
www.choices.de

Benedikt Geulen

Benedikt Geulen, geboren 1963 in Aachen, war fünfzehn Jahre lang Buchhändler in Aachen, Heidelberg und Köln und ist seit 2005 selbstständiger Verlagsvertreter für Literatur und Sachbuchverlage. Heute lebt er in Neuss.
Peter Graf, geboren 1967 im Rheinland, lebt in Zürich. Er war als Lektor für verschiedene Verlage tätig (u. a. Hoffmann & Campe, Rogner & Bernhard, Kein & Aber), bevor er sich im Sommer 2009 mit dem Verlag Walde + Graf in Zürich selbstständig machte.
Marcus Seibert, 1964 in Aachen geboren, ist Autor für Fernsehserien (u. a. Lindenstraße) und Redakteur der Filmzeitschrift Revolver. Neben verschiedenen Filmprojekten hat er u. a. Übersetzungen von Eric Rohmer, Catherine Deneuve, Martin Page und zuletzt von Michel Georges-Michel (Die von Montparnasse, Walde + Graf 2010) veröffentlicht.

Benedikt Geulen