mare No. 57

August 2006
mare No. 57
7,50 € /  14,80 SFR 

Aktuelles Heft

Aug 2010, No. 81

überleben
Bangladeschs Kampf gegen das Salz

meerjungfrauen
Der große Bluff mit den Nixenmumien

Belugas
Weiße Wale mit perfektem Navi

Weltkarte

Liebe Leserin, lieber Leser,

in mare No. 57 hat sich die mare-Redaktion als Schwerpunkt dem Thema Automobil gestellt. Selbst ist der Kapitän: Auto und Ozean, ein unversöhnlicher Gegensatz? Mitnichten: Es gibt Autos, die tatsächlich schwimmen, ganz abgesehen von den Hunderttausenden, die im Bauch von Fähren und Frachtern reisen. Und dass die Autoindustrie ihre neuen Modelle gern am Meer präsentiert, liegt an der Verwandtschaft auf der metaphorischen Ebene: Auto und Meer, beide sind heute mächtige Symbole der Freiheit.

Von Hamburg nach Afrika
Ihr Wagen hat eine Delle? 250 000 Kilometer und mehr? Aufs Schiff damit - in Benin sind deutsche Gebrauchte sehr begehrt.
Von Thomas Seekamp, Stefan Kröger und Guy Tillim

Aus Alge wird Felge
Diatomeen, winzige Kieselalgen, sind Meister im Bau stabiler und doch leichter Strukturen. Das ist auch der Autoindustrie nicht entgangen.
Von Georg Rüschemeyer

Aquaplaning
Wer behauptet da noch, dass Autos nicht schwimmen können?       
Von Holger Kreitling

Zum Titelbild: Die Aufnahme des schwimmenden legendären Flügeltüren-Mercedes 300 SL gelang dem italienischen Fotografen Luigi Tazzari 1997 auf Venedigs Canal Grande. Es handelt sich um eine Skulptur des venezianischen Künstlers Livio de Marchi, der auch schon einem VW Käfer, einem Fiat Topolino und einem Jaguar das Schwimmen beibrachte.

Und außerdem in mare No. 57:

 

Wissenschaft

Aus Alge wird Felge

Text: Georg Rüschemeyer   
Diatomeen erschaffen filigrane und doch stabile Bauwerke von der Größe eines Staubkorns. Ihre architektonische Meisterleistung soll nun auch dem Automobilbau zugute kommen.

Gib Gummi, Fuji

Text: Maik Brandenburg   
Einen solchen Auftrag hatten die Ingenieure von Bridgestone noch nie. Aus dem Gummi, mit dem sie Autoreifen backen, fertigten sie die Flossenprothese für einen kranken Delfin.

Crozet

Text: Olaf Kanter   Fotos: Xavier Desmier
Auf halbem Weg zwischen Madagaskar und der Antarktis liegt der Crozet- Archipel, sechs kahle Inseln und ein Dutzend Riffe, über die das ganze Jahr die Stürme der „Roaring Forties" fegen. Es ist das Reich der Pinguine, der Robben und Albatrosse. Wenn es überhaupt Menschen hierher verschlägt, dann sind es Forscher - oder Schiffbrüchige.

Kultur

Kadetten und der Traum vom Meer

Text: Max Küng   
Autos brauchen Namen. Denn Namen sind ein Versprechen. Kauf mich! Fahr mich! - und sei schnell wie ein Raubfisch, romantisch wie ein Lebemann auf Capri, angesehen wie ein Admiral.

Essay: Still steht das Automobil

Text: Dieter Bachmann   
Wo das Meer beginnt, endet die Herrschaft des Rades. Aber diese Grenzerfahrung hat für Autofahrer ihre philosophischen Reize.

Metamorphosen

Text: Michael O. Flüß   
Über den Blick des Malers auf seinen Gegenstand ist viel spekuliert worden; der Blick des Gegenstandes jedoch ist weitgehend unerforscht, und nachfolgend sollen erste Einblicke kurz skizziert werden.

Leben

Aquaplaning

Text: Holger Kreitling   
Auch Autos können das Schwimmen lernen, doch. Alles eine Frage der passenden Dichtung und der perfekten Schmierung. Aber wozu? Aus praktischen Erwägungen hat es wenig Sinn, aber als Vehikel für einen extravaganten Traum funktioniert es wunderbar.

Hailig's Blechle

Text: Karl J. Spurzem   
Die Haifischflosse am Autoheck ist die hinausragende Leistung des amerikanischen Industriedesigns der fünfziger Jahre. Die „tail fins" gelten den einen als expressive Metapher eines sozio-ökonomischen Phänomens, anderen als Symbol der amerikanischen Neigung zu übertreiben. Die meisten hingegen finden sie schlicht aufregend.

Grand Prix der Eitelkeiten

Text: Sabine Kehm   
Während die Formel-1-Piloten über Monacos Straßen hetzen, buhlen die Schönen und Reichen um die Gunst der Kameras - ein Spektakel, das nach Innenansichten verlangt: aus der mondänen Society und aus dem Cockpit Michael Schumachers.

Politik

Tunfisch, wo bist du?

Text: Elaine Hill, Alexandra Merory   
Hinter dem Horizont auf hoher See bleiben Verbrechen ungeahndet: Müllverklappung, Fischpiraterie, die Zerstörung von Lebensräumen, die Ausrottung von Arten. Deshalb unternimmt Greenpeace jetzt mit „SOS Weltmeer" die längste Aktion in der Geschichte der Organisation. Ihre Schiffe fahren einmal um die Welt zu den ozeanischen Krisenregionen, um sichtbar zu machen, was wir nicht übersehen dürfen: Am Zustand der Meere hängt das Wohl des Planeten. mare begleitet das Langzeitprojekt und wird regelmäßig über die Expedition der Umweltschützer berichten.

Die Thomas-Katastrophe

Text: Cord Christian Troebst   
Es soll der erste Versicherungsbetrug zur See werden. Doch der Sprengsatz explodiert schon am Kai. So ist Bremerhaven Schauplatz des bis dahin schwersten Bombenanschlags der deutschen Geschichte.

Wirtschaft

Große Macht, ganz klein

Text: Thomas Schmid   
Der Fischerort Amalfi südlich von Neapel schwang sich im Mittelalter zu einer Handelsmacht auf. Eine Geschichte über Päpste, Papier und das Malteserkreuz.

Von Hamburg nach Afrika

Text: Thomas Seekamp   Fotos: Stefan Kröger, Guy Tillim
Der Gebrauchte hat eine Delle? Oder fehlt der TÜV? 250.000 Kilometer und mehr? Im westafrikanischen Benin sind die Karossen der Deutschen trotzdem begehrt. Also fahren die Autos in Hamburg aufs Schiff - und weiter nach Cotonou.

Kurvenzauber am Kap

Text: Karl-Ludwig Günsche   
Wenn Autokonzerne ihre neuen Modelle in Szene setzen wollen, fahren sie an den Chapman's Peak Drive bei Kapstadt - eine Küstenstraße, die Emotionen weckt.

Kombüse

Nach Art der Wellen

Text: Dimitri Ladischensky   Fotos: Mathias Bothor
Charles Bass war Navy-Taucher und Surfer. Bis er einen Autounfall hatte und nicht mehr schwimmen konnte. Doch über das Kochen fand er zurück aufs Meer. Ein hawaiischer Lebenslauf.

Kapitäne

Hans Peter Jürgens, Viermastbark „Priwall"

Text: Stefan Krücken   Fotos: Achim Multhaupt
Auf meiner ersten Reise erfuhr ich, dass einem auf See manchmal keine Zeit für Alpträume bleibt. Dass es eine Form der Erschöpfung gibt, in der das Unterbewusstsein das Kommando übernimmt. Wenn die Fingerbeugen vor Kälte und Anstrengung aufplatzen und einem das nasse Ölzeug Nacken und Handgelenke aufscheuert.

Blaues Telefon

Ist ein Heringskönig ein besonderer Hering? Wie nennt man den Teil des Eisbergs, der nicht die Spitze ist? …und weitere Fragen und Antworten