13 Millionen Tonnen, 2500 Schiffe, 50000 Leben
"Ein zutiefst eindrucksvolles Buch und ein würdiges Seefahrer-Memorial, das an keinen Ort gebunden ist und keine Grenzen kennt."
Literaturen

Autor J. Revell Carr

J. Revell Carr, geboren 1939 in Pennsylvania, war Leutnant in der US-Navy, hat in seinem Leben über 100 000 Seemeilen zurückgelegt und leitete über 20 Jahre das führende maritime Museum der Vereinigten Staaten, Mystic Seaport in Connecticut. 2000 wurde er von der amerikanischen Merchant Marine Academy zum Seefahrtshistoriker des Jahres ernannt. J. Revell Carr lebt heute in Maine. weitere Infos
Als J. Revell Carr 1969 als Forschungsassistent an das Mystic Seaport Museum in Connecticut kam, stieß er auf ein kleines Holzboot, an dem er in den folgenden Jahren täglich vorüberging; ein äußerlich unscheinbares Exponat, auf dem sich knapp 30 Jahre zuvor Ungeheuerliches abgespielt hatte.

21. August 1940: Die jungen Seeleute Roy Widdicomb und Robert Tapscot sind an Bord des englischen Handelsschiffs Anglo-Saxon im Nordatlantik unterwegs. Bei Anbruch der Nacht blitzt in der Dunkelheit plötzlich Mündungsfeuer auf. Der deutsche Hilfskreuzer Widder unter dem Kommando Hellmuth von Ruckteschells hat sich, als neutraler Frachter getarnt, dem englischen Schiff genähert und völlig überraschend das Feuer eröffnet. Die Anglo-Saxon hat keine Chance. Die Rettungsboote sind zerstört - bis auf ein einziges. In dieses Boot retten sich Widdicomb und Tapscot mit fünf weiteren Seeleuten. Von Ruckteschell lässt die im Wasser treibenden Matrosen erschießen und versenkt die brennende Anglo-Saxon mit einem Torpedo. Für die sieben Männer in dem Rettungsboot beginnt eine zehnwöchige Schreckensfahrt, die nur Widdicomb und Tapscot überleben sollten. Ihr Boot, das J. Revell Carr zu diesem  Buch inspiriert hat, steht nicht nur für die Versenkung der Anglo-Saxon; es steht für die Schrecken jenes Krieges, der gegen die Handelsmarine geführt wurde und Tausende ziviler Opfer forderte. 2500 Handelsschiffe mit insgesamt 13 Millionen Bruttoregistertonnen wurden von den Deutschen versenkt, 50 000 Seeleute kamen dabei ums Leben.

J. Revell Carr nähert sich seinem Thema, indem er das Leben und Handeln Einzelner schildert - Opfer wie Täter. So widmet sich der Amerikaner nicht nur dem Schicksal der englischen Seeleute Widdicomb und Tapscot, sondern auch dem des deutschen Hilfskreuzerkommandanten Hellmuth von Ruckteschell - und zwar auf für deutsche Leser fast beschämend unparteiische Weise.


J. Revell Carr
13 Millionen Tonnen, 2500 Schiffe, 50 000 Leben
Aus dem Amerikanischen von Peter Torberg
480 Seiten, gebunden, zahlreiche Fotos