mare No. 119

Aktuelles Heft

Aug 2017, No. 123

Weltumsegler
Wer sind sie? Und warum werden sie immer mehr?

Voice of peace
Wie ein Mann Frieden im Nahen Osten stiftete

ostsee
Was sie in der Tiefe verbirgt

Weltkarte

Editorlal

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

manchmal genügt Google nicht. Manchmal benötigt die Beantwortung einer Frage weiter gehende, aufwendigere Recherchen, einen längeren Artikel. Unser Privileg ist, dass wir als Redaktion auf fast jede uns selbst gestellte Frage mit beauftragten Beiträgen eine Erklärung erhalten. Zum Thema Tee verspürte ich eigentlich gar keinen Wissensdurst. Ich dachte, ich wüsste darüber genug. Was für ein Irrtum.

Seit zwei Jahrzehnten trinke ich morgens im Verlag als Erstes eine Tasse Earl Grey. Über die Namensherkunft hatte ich mir nie Gedanken gemacht. Ein Markenname von Twinings? Jetzt weiß ich, dass das Meer eine entscheidende Rolle dabei gespielt haben könnte. Und wo kommt bloß die Bergamotte her? Auch das erfuhr ich erstmals aus einem Manuskript für diese Ausgabe. Und dass Lipton nicht nur mit Tee zu tun hat, sondern mit einem Segelwettbewerb mit den USA. Und dass nicht in England der meiste Tee getrunken wird, sondern gerade eine gute Autostunde von unserem Redaktionssitz entfernt. Nach einem Interview mit dem Geschäftsführer eines der führenden Teehäuser Europas weiß ich jetzt auch, warum der beste Earl Grey der Welt aus Hamburg kommt. Und immer spielt das Meer eine entscheidende Rolle.

Eine gute Nachricht in eigener Sache: Nach jahrelanger Suche, vielen Gesprächen und Tests können wir von dieser Ausgabe an unser Magazin endlich in einer zertifizierten, kompostierbaren Bioschrumpffolie an unsere Abonnenten ausliefern. Alle bisherigen Alternativen schützten unser Heft nicht ausreichend oder erfüllten unsere Umweltansprüche nicht. Es ist kein ökologischer Meilenstein, aber wir sind sehr froh, dass wir nicht nur unseren, sondern auch den Forderungen vieler Abonnenten entsprechen können.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen
Nikolaus Gelpke

 

Ein erster Blick

Wissenschaft

Das demokratische Prinzip

Text: Hauke Trinks   
Tief verwurzelte Urbedürfnisse der Lebewesen finden ihre Entsprechung auch in den Gesetzmäßigkeiten der unbelebten Materie. Ihr Zusammenspiel ist für die Entfaltung unserer Welt grundlegend.

Eiskaltes Geschäft

Text: Tillmann Prüfer   Fotos: Veronique de Viguerie
Es soll das beste Trinkwasser der Welt sein. Im kanadischen Neufundland gehen hartgesottene Männer auf Eisbergjagd und verkaufen ihre Beute an Hersteller von Luxusgetränken. Alles nur Marketing?

Der wahre James Bond

Text: Stefan Nink   
James Bond war ein angesehener US-Ornithologe, der ein erfülltes, aber unauffälliges Leben führte. Bis der vogelbegeisterte Schriftsteller Ian Fleming dessen Namen klaute.

Kultur

Der Herr der Bücherinsel

Text: Holger Heimann   Fotos: Muhammad Fadli
Der indonesische Schriftsteller Andrea Hirata hat seiner Heimat ein Literaturmuseum geschenkt. Und den Glauben daran, dass man mit Bildung soziale Schranken überwinden kann.

Eins mit der Farbe

Text: Annette Steinich   
Die Tunisreise. August Macke. Paul Klee. Louis Moilliet

Leben

So ein Glück

Text: Diana Laarz   Fotos: Fabian Weiss
Kihnu ist nicht nur die schönste, sie ist die fraulichste aller estnischen Inseln. Neun der zwölf Gasthöfe, vier der sechs Restaurants, die Post, die Bibliothek, das Gesundheitszentrum, der Inselchor, das Museum, das Sozialamt – das Leben der Insel ruht auf den Schultern der Frauen.

Die Schwammcatcher

Text: Peter Haffner   
Naturschwämme sind weich, sie sind golden, und sie schmeicheln der Haut wie kein anderer Stoff. Um sie emporzubringen, riskierten Taucher von der Ägäisinsel Kalymnos ihr Leben.

Notizen einer Landratte, 41.

Text: Maik Brandenburg   
Heute erklärt unser Kolumnist Maik Brandenburg den kulturellen Zusammenhang zwischen Mensch und Knorpelfisch, sinniert über das Paarungsverhalten unter Einfluss von James Last und sieht eine innovative Nutzung von Volksmusik.

Kein Licht auf Eilean Mòr

Text: Lucien Deprijck   Fotos: Claudia Lieb
Es ist nach dem Ungeheuer von Loch Ness das berühmteste schottische Mysterium: das Rätsel um eine windgepeitschte Insel, einen Leuchtturm und drei Männer, die spurlos verschwanden.

Politik

Mein Haus, meine Sänfte, meine Muräne

Text: Nina Zschiesche   
Ostfriesen haben den weltweit größten Tee­verbrauch pro Kopf. Woher kommt die Leidenschaft? Wir haben unsere ostfriesische Autorin gefragt.

Die Bucht der versunkenen Hybris

Text: Peter Sandmeyer   
Der Erste Weltkrieg ist zu Ende, der Versailler Friedensvertrag vom besiegten Deutschen Reich noch nicht unterzeichnet. Was tun, damit seine gefürchtete Kriegsflotte nicht in die Hände der Feinde fällt?

Wirtschaft

Blattgold

Text: Nikolaus Gelpke   
Der älteste Mieter in der Hamburger Speicherstadt und seit über 130 Jahren im Teegeschäft – ohne das Traditionshaus Hälssen & Lyon wäre Tee in der westlichen Welt wohl nie so populär geworden. Im Gespräch mit Geschäftsführer Dietmar Scheffler

Die Adelsfrage

Text: Martina Wimmer   
Wurde „Earl Grey“, die in aller Welt beliebte Teemischung, im Bauch eines Schiffes zu ihrem Ruhm geschüttelt?

Blattgold

Text: Nikolaus Gelpke, Jan Keith   
Der älteste Mieter in der Hamburger Speicherstadt und seit über 130 Jahren im Teegeschäft – ohne das Traditionshaus Hälssen & Lyon wäre Tee in der westlichen Welt wohl nie so populär geworden. Im Gespräch mit Geschäftsführer Dietmar Scheffler.

Der Beste aller Verlierer

Text: Stefan Nink   
Thomas Lipton schuf nicht nur eine Teeweltmarke. Er war auch vernarrt ins Segeln. Fünfmal verlor er den America’s Cup – und wurde trotzdem gefeiert.

Tee-Weltmeister

Text: Marlies Uken   Fotos: Pascal Cloëtta
Ostfriesen haben den weltweit größten Tee­verbrauch pro Kopf. Woher kommt die Leidenschaft? Wir haben unsere ostfriesische Autorin gefragt.

Der Tee-Express

Text: Bernd Flessner   
Im 19. Jahrhundert lieferten sich Super-Segelschiffe waghalsige Rennen um die halbe Welt. Das Ziel: als Schnellster die erste Tee-Ernte des Jahres nach England zu bringen.

Kombüse

Eine fabelhafte Küche

Text: Dirk Liesemer   Fotos: Lukas Lienhard
Alle Monate wieder präsentiert der Schweizer Samuel Herzog auf Kochhappenings Gerichte von einer Atlantikinsel namens Santa Lemusa.

Blaues Telefon

Verwerten Tiefseebakterien chemisch betrachtet Kohlendioxid genauso wie Pflanzen? Wie wird das Auslaufen eines Schiffes aus dem Hafen in der Fachsprache genannt? Wo genau befinden sich die Grenzen der einzelnen Meere? Und muss dabei ein akustisches Signal gegeben werden?