Schlaflos
Auch als eBook erhältlich bei den üblichen Händlern

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Sarah Moss: Wo Licht ist

"Dieser Roman ist ein Spiegel der weiblichen Seele."
The Times

Sarah Moss: Schlaflos

"Eine brillante Gesellschaftskomödie des 21. Jahrhunderts."
Financial Times
"Dieses Buch trägt nicht umsonst den Titel Schlaflos. Denn es lässt einen nicht so schnell los. Es wurde von einer klugen Frau geschrieben, humorvoll, spannend und tiefsinnig."
NDR Kultur

Sarah Moss

Sarah Moss, geboren in Schottland, studierte und promovierte an der Oxford University. Nach Stationen am University of Exeter's Cornwall Campus und an der Universität Island lehrt sie heute an der University of Warwick.
Schlaflos ist ihr zweiter Roman und der erste, der auf Deutsch erscheint. Daneben verfasste sie ein Sachbuch über Island (mare 2014). weitere Infos
Eine karge Insel im Westen Schottlands, ständige Stromausfälle und eine unsichere Telefonverbindung. Ein Zweijähriger, der die Nächte zum Tag macht, und ein Siebenjähriger, der die Tage damit verbringt, sich die originellsten Versionen des Weltuntergangs auszumalen. Dazu ein Ehemann, der einer in den Klippen heimischen Papageientaucherkolonie mehr Zeit widmet als seiner Familie: Unter diesen nicht gerade idealen Bedingungen versucht die Historikerin Anna Bennett, eine wissenschaftliche Arbeit zum Thema Kindheit im 18. Jahrhundert zu schreiben. Aber wie soll sie auch nur eine Zeile zu Papier bringen, wenn sie allein und völlig übernächtigt zwei unternehmungslustige Kleinkinder in einer felsigen Einöde beschäftigen muss?
Als zwei rätselhafte Funde im Garten und auf dem Dachboden des sich seit Generationen im Familienbesitz befindlichen Wohnhauses zu allem Überfluss Einblicke in die düstere Vergangenheit der Insel gewähren, sieht Anna endgültig ihre Felle davonschwimmen. Doch dann verbindet sich ihr chaotischer Alltag auf unerwartete Weise mit ihrem Forschungsgegenstand und der Inselhistorie ...

Gleichzeitig gute Mutter und Wissenschaftlerin zu sein, noch dazu auf einer abgelegenen, windigen Insel - keine leichte Aufgabe. Sarah Moss schildert das Dilemma ihrer Heldin mit so viel Selbstironie, Komik und Intelligenz und das Geheimnis der Insel mit so großer Spannung, dass eines sicher ist: Schlaflos hält wach.


Sarah Moss
Schlaflos
Roman
OT: Night Waking
Aus dem Englischen von Nicole Seifert
496 Seiten,
gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen

Auch als eBook erhältlich bei den üblichen Händlern




mare-Mitarbeitertipp

Von Judith Weber, Lektorat und Online-Redaktion

Das Manuskript dieses Buchs habe ich gelesen, als ich vor etwa einem Jahr aus meiner Elternzeit zurückkam. Meine Kolleginnen schwärmten bereits vom intelligenten Witz der Autorin Sarah Moss und von der geschickten Dramaturgie des Romans. Er erzähle die Geschichte der Wissenschaftlerin und Mutter Anna, die auf einer einsamen schottischen Insel versucht, gleichzeitig ihren beiden kleinen Söhnen gerecht zu werden und - völlig übermüdet von den anstrengenden Nächten am Bett ihres Jüngsten - ein Buch fertigzuschreiben; zudem stößt sie durch einen unheimlichen Fund in ihrem Garten auf Spuren der düsteren Inselvergangenheit, die sie fortan natürlich nicht mehr loslässt. Auch ein Titel für die deutsche Übersetzung sei schon gefunden, berichteten mir meine Kolleginnen: Schlaflos.

„Na herrlich", dachte ich. „So gut dieses Buch auch sein mag - für mich ist es im Moment bestimmt nichts." Wenn es nämlich ein Thema gab, das mir aufgrund meiner aktuellen Lebenssituation gerade mächtig auf den Wecker ging, dann war es Schlaflosigkeit. Dass meine Elternzeit vorbei war, hieß leider noch lange nicht, dass es bei uns keine durchwachten Nächte mehr gab. Folglich schleppte ich mich jeden Morgen gerädert aus dem Haus und fragte mich, wie ich den Tag überstehen und dabei möglichst auch noch intelligente Dinge von mir geben sollte, die - mir selbst und der Welt - bewiesen, dass Elternschaft und Karriere sehr wohl vereinbar sind.

Ich fing dann doch an zu lesen (wenn man wach und intelligent erscheinen möchte, muss man ja wenigstens wissen, worüber die anderen sprechen) und habe es nicht eine Sekunde bereut. Im Gegenteil kann ich sogar behaupten, in Sarah Moss eine neue Lieblingsautorin gefunden zu haben. Ich liebe die Schlagfertigkeit ihrer Protagonistin Anna, ich habe mich köstlich über die Szenen des alltäglichen familiären Chaos amüsiert (die mich im wirklichen Leben natürlich nicht amüsieren, sondern zu ähnlich verzweifelten Gedankengängen bringen wie Anna), ich war fasziniert davon, auf wie vielen unterschiedlichen Ebenen Sarah Moss das Thema Familie aufgreift und reflektiert, ohne dass ihr Roman dabei auch nur ein bisschen konstruiert wirkt, ich habe mit der Familie gefiebert, ob sie ihre Krisenzeiten übersteht und wie ihre Zukunft wohl aussehen wird.
Und: Ich habe Teile meiner wirklich wertvollen Nächte geopfert, um diesen Roman zu Ende zu lesen und den Ausgang der Geschichte zu erfahren. Übernächtigte Mütter (und vielleicht nicht nur die) wissen, dass es kein höheres Qualitätssiegel für ein Buch geben kann.