Sarah Wiener

Das Schöne an Fischküche ist die Geschmacksvielfalt und Ästhetik eines Fisches. Er lässt sich schnell zubereiten, und das Fangen kostet nicht so viel Überwindung, weil die wenigsten Fische bluten.

Heftinhalt

Sonderheft
Kulinarik II

Fünf Sterne kochen

Tim Mälzer
Rainer Sass
Sarah Wiener
Ralf Zacherl
Johann Lafer

Schon mal von zu Hause abgehauen? Schule geschmissen? Drogen probiert? Im Supermarkt geklaut? Schafe in Südfrankreich gehütet ? Sarah Wiener, geboren 1962, hat all das gemacht – und es trotzdem zu etwas gebracht im Leben. Oder vielleicht gerade deshalb?  Unterschätzen sollte man sie jedenfalls nicht, nur weil sie im Fernsehen manchmal wie ein Paradiesvogel durchs Kochstudio wirbelt und niedliche Grübchen im Gesicht hat.

Seit Jahren ist die Österreicherin nämlich der Lichtblick in einem Männerhaufen, der gerne mal sprücheklopfend am Induktionsherd steht und einem Millionenpublikum zeigt, was man aus Biogemüse zaubern kann.

Schon ihre Mutter sei eine „grandiose Köchin“ gewesen, erzählt Wiener. „Aber was Richtiges zu essen gab es bei uns selten. Ich bin mit Rama-Broten und Extrawurst groß geworden. Meine Mutter war Künstlerin und hatte wenig Zeit für die Hausarbeit. Schließlich hatte sie drei Kinder zu ernähren. Wenn sie denn aber mal gekocht hat, war es ein Fest !“

Sarah Wiener hat eine große Liebe zur Fischküche. Besonders gern mag sie Stockfisch, dieses „sehr alte, traditionelle, vielseitige Produkt, das zu jeder Jahreszeit verfügbar ist und – wenn man es kann – hervorragend schmeckt“. Sie selbst hat sogar mal in einer Stockfischfabrik in Kalabrien gearbeitet und in dieser Zeit „Stockfisch rauf und runter probiert“. Überhaupt scheint es fast nichts zu geben, was sie nicht macht. Sie taucht leidenschaftlich gern und fühlt sich überglücklich beim Anblick eines elegant schwebenden Adlerrochens, ihres Lieblingsfischs. Und sie war auch schon auf hoher See zum Fischen, begleitet von einem arte-Kamerateam. Gedreht wurde in Frankreich und Italien für die Reihe „Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener“. „Die Vielfältigkeit des Fischens hat mich fasziniert. Ich habe zum Beispiel Kaisergranate mit dem Schleppnetz gefangen“, sagt sie, „das war ein richtiger Knochenjob.“ Seekrank wurde sie dabei nicht, ausnahmsweise.

Sie erinnert sich noch gut an eine frühere Schiffsreise, bei der ihr richtig übel wurde. „Es war grauenhaft.“ Dies wenigstens kann man bei Sarah Wiener für die Zukunft also definitiv ausschließen: dass sie eines Tages Kapitänin auf einem Fischkutter wird. kth