Auf halbem Weg zwischen Madagaskar und der Antarktis liegt der Crozet- Archipel, sechs kahle Inseln und ein Dutzend Riffe, über die das ganze Jahr die Stürme der „Roaring Forties" fegen. Es ist das Reich der Pinguine, der Robben und Albatrosse. Wenn es überhaupt Menschen hierher verschlägt, dann sind es Forscher - oder Schiffbrüchige.
Die gierigen Alles- und Immerfresser sind übel beleumundet. Andererseits transportieren sie als weltumrundende Sehnsuchtsvögel unsere Träume. Welches Bild stimmt denn nun?
Sie war blond. Sie lachte viel. Tippi Hedren war ein Model. Dann kamen Hollywood, Alfred Hitchcock und das Angebot einer Hauptrolle in einem Psychothriller. Am Ende kamen Möwen. Lebende, ausgehungerte Möwen.
Otto Lilienthal schuf die Flügel, die uns von der Erde erheben. Der Ingenieur und Aviatiker wollte fliegen wie eine Möwe. Sie war ihm zeitlebens Inbegriff seiner Idee.
Mensch und Möwe sind sich in einer Hinsicht sehr ähnlich: Beide verdanken ihren evolutionären Erfolg ihrem intelligenten und anpassungsfähigen Wesen. Mutig machen sie das Beste aus en Lebensbedingungen, die ihnen gegeben sind.
Man kennt sie von Hühnern, vielleicht noch von Tauben oder Wachteln: die Eierspeise. Möweneier, einst begehrte Delikatesse, sind heute weitgehend unbekannt. Gut so, sagen Naturschützer.
Die Küken des Muttonbird gelten den Maori in Neuseeland als liebste Delikatesse. Doch nur Familien mit der richtigen Abstammung dürfen die Vögel jagen. Ein Mann lehnt sich auf gegen falsche Tradition.
Auf der Osterinsel entschied einst ein ritueller Wettstreit, wer der neue Herrscher wurde. Die Disziplinen: Klettern, Schwimmen - und die Suche nach dem Ei der Seeschwalbe.